Bald ist endgültig Feierabend: Wie der SWR am Freitag verkündete, läutet die Saison 2026 das Finale für 'Immer wieder sonntags' ein. Genau gesagt: Ab dem 31. Mai werden noch zwölf Liveshows ausgestrahlt, gefolgt von einer besonderen Verlängerung am 6. September und, klassisch wie es sich gehört, einer Best-of-Ausgabe am 13. September zum Abschied. Was zunächst nach einer betulichen Programmänderung klingt, ist laut SWR-Programmchef Clemens Bratzler eine ziemliche Bauchlandung für viele Zuschauer – und, ehrlich gesagt, wohl auch für die Schlager-Szene selbst. 'Eine schmerzhafte, aber eben doch unvermeidliche Entscheidung' nannte Bratzler den Schritt. Kein Wunder, wenn die Finanzen drücken. ARD-Programmdirektorin Christine Strobl deutete an, dass das gesparte Geld nicht sinnlos verschwindet, sondern zum Teil in digitale, zeitgemäßere Unterhaltungsformate fließt – offenbar ein Zugeständnis an veränderte Sehgewohnheiten, YouTube und Co. Doch der Plan ist klar: Publikum begeistern, aber bitte modernisiert. Das Traditionsformat lief seit 1995 an jedem Sommer-Sonntagvormittag live und lockte ein treues Publikum vor die Bildschirme. Seit 2005 war Stefan Mross das Gesicht der Sendung, mit Max Schautzer und kurzzeitig Sebastian Deyle als Vorgänger. Ein Stück sonntägliche Gemütlichkeit, das nun abgewickelt wird – nicht nur für Nostalgiker ein kleiner Schock.
Die ARD kappt mit dem Aus von 'Immer wieder sonntags' ein Schlager-Urgestein, das für viele ein fester Sonntagsritus war. Der federführende SWR begründet den Schritt mit finanziellen Zwängen, die angesichts knapper Rundfunkbudgets immer stärker drücken – eine Baustelle, die derzeit auch andere öffentlich-rechtliche Formate beschäftigt. Nach aktuellem Stand gibt es keine direkte Nachfolge-Sendung, wohl aber Pläne für frische Formate, die vor allem digital affine Zielgruppen ansprechen sollen.
Bei der Recherche zeigen viele Medien, dass auch andere Traditionssendungen reformiert oder eingestellt werden und die Diskussion um den Stellenwert von Unterhaltung im Rundfunk neue Fahrt aufnimmt. Auch die Reaktionen der Fans reichen von Bedauern bis zu Wut über den Wegfall geliebter Rituale – und nicht wenige fragen, ob das öffentlich-rechtliche Fernsehen gerade seine eigenen Wurzeln kappt.