Der Besuch von Ahmed al-Scharaa in Berlin sorgt parteiübergreifend für Aufregung, besonders aber bei der Linken. Sie fürchtet eine schleichende Normalisierung von Akteuren, die mit schweren Menschenrechtsverletzungen und gewaltsamer Verfolgung von Minderheiten in Verbindung stehen. Hintergrund sind komplexe geopolitische Dynamiken, in denen Deutschland möglicherweise eigene Interessen, etwa bei der Abschiebepraxis, über moralische und menschenrechtliche Prinzipien stellt. Neben der Debatte um den Berliner Empfang werden derzeit international neue diplomatische Anbahnungen gegenüber Syrien beobachtet; unter anderem setzen sich mehrere arabische Staaten für eine stärkere Reintegration der Regierung in Damaskus ein, obwohl Menschenrechtsorganisationen weiterhin massive Vorwürfe gegen das Assad-Regime und verbundene Kräfte erheben. Nach wie vor ist die Situation für viele Minderheiten in Syrien prekär – Vertreibung, Gewalt und politische Repression sind laut UN und Amnesty International an der Tagesordnung. Zudem wird in Berlin über das Gesamtbild der deutschen Außenpolitik debattiert; nicht wenige fragen, ob Realpolitik derzeit ethische Grundsätze zu leichtfertig opfert.