Sechs Wege aus der Wachstumskrise: Bundesregierung stellt Reformplan vor

Mit einem Maßnahmenpaket in sechs Bereichen versucht die Regierung, der aktuellen Wirtschaftsflaute in Deutschland entgegenzusteuern – und es gibt durchaus überraschende Ansätze.

heute 10:21 Uhr | 6 mal gelesen

Gestern hat die Bundesregierung ihren neuen Jahreswirtschaftsbericht vorgestellt – und wie schon öfter bei solchen Gelegenheiten, klingt auf dem Papier vieles recht ambitioniert. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) präsentierte einen Sechs-Punkte-Plan, mit dem das Land endlich das Ruder herumreißen soll: Weniger Bürokratie (das hatten wir ja schon oft gehört, aber diesmal soll’s wirklich klappen), modernere Infrastruktur (also endlich mehr als Flickschusterei bei Schienen und Datenleitungen), mehr Raum für innovative Ideen und Startups, ein Energie-System, das weniger kostet und sicherer wird, bessere Rahmenbedingungen für Arbeit (Stichwort: weniger Hürden, mehr Anreize) und eine wirtschaftliche Außenpolitik, die nicht auf ein paar Seilschaften setzt, sondern breiter gefächert und europäischer gedacht ist. Soweit die Theorie. Das Bemerkenswerte: In der Prognose für 2026 wird lediglich ein Wachstum von einem Prozent erwartet – fast als wäre das Ziel weniger das Blühen als das Verhindern des Verwelkens. So ist das eben in Zeiten anhaltender Krisen. Mich beschleichen da gemischte Gefühle – zwischen Hoffnung auf echte Veränderung und Zweifel, ob sich die altbekannten Probleme tatsächlich auflösen lassen. Dass der Bericht dabei so nüchtern ausfällt, ist vielleicht sogar ehrlich: Es gibt keine schnellen Wunder. Aber ein Anfang, wie holprig er auch ausfällt, ist vielleicht trotzdem besser als ewiges Zögern.

Der Jahreswirtschaftsbericht 2024 der Bundesregierung benennt sechs Kernbereiche für wirtschaftliche Reformen und setzt den Ton für ein schweres Jahr: Priorität haben Bürokratieabbau, Investitionen in Infrastruktur, Förderung von Innovationen, Reduzierung der Energiekosten, Arbeitsmarkt-Anreize und stärkere wirtschaftliche Unabhängigkeit durch Diversifizierung. Trotz der neuen Initiativen erwartet die Regierung lediglich ein Wachstum von 1 % für das Jahr 2026 – ein deutliches Zeichen für die angespannte Lage. Experten äußern sich daher vorsichtig skeptisch: Während Teile der Wirtschaft gerade beim Bürokratieabbau und bei der Energiepreisfrage auf Tempo pochen, warnen andere Stimmen vor zu viel Flickwerk und fordern stattdessen eine konsequente Neuausrichtung der Standortpolitik. In aktuellen Berichterstattungen wird unter anderem die schleppende Digitalisierung als Bremsklotz genannt, etwa auf www.zeit.de und www.spiegel.de; auch die schwächelnde Bau- und Industriebranche, globale Unsicherheiten sowie hohe Sozialkosten sind wiederkehrende Themen. In anderen Ländern sorgt die Wachstumsschwäche Deutschlands für Sorge – etwa in europäischen Partnerstaaten, wie aus Artikeln auf www.dw.com hervorgeht.

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