Söder verlangt stärkeren Einsatz der Bundeswehr bei Evakuierungen

Markus Söder, Bayerns Ministerpräsident, kritisiert das Vorgehen der Bundesregierung bei der Rückholung Deutscher aus Krisenregionen im Nahen Osten und fordert, dass der Einsatz von Bundeswehrflugzeugen ernsthaft geprüft wird. Nach Söders Ansicht ist die bisherige Reaktion deutlich zu schwach.

heute 21:40 Uhr | 5 mal gelesen

Ehrlich gesagt, kommt mir das alles noch ziemlich halbherzig vor. Noch zu wenig Einsatz, vor allem auch zu wenig Flugzeuge, die tatsächlich für die Rückholung der Deutschen eingesetzt werden. Söder stellte klar: Aus seiner Sicht müsse Deutschland jetzt wirklich noch einmal alle Register ziehen – notfalls auch eigene Bundeswehrmaschinen losschicken. Laut ihm laufen andere Länder wie Italien, Großbritannien und Frankreich da viel aktiver auf, während man in Deutschland noch herumprüft. Gleichzeitig hat er Stimmen aus der Region gehört: Deutsche, die irgendwie selbstständig zu entlegenen Abflugorten mit dem Auto fahren müssen, teilweise völlig auf sich gestellt. Das belastet, das betrifft Familien und ältere Menschen teils besonders. Söder macht keinen Hehl daraus, dass er beim Krisenmanagement in Berlin Startschwierigkeiten sieht, etwa beim Thema Evakuierungsflüge – speziell bei Außenminister Wadephul. Das Argument, dass Urlauber ja eine gewisse Selbstverantwortung hätten, findet er daneben: 'Deutsche Staatsbürger sind deutsche Staatsbürger – da hilft auch kein erhobener Zeigefinger!' Klartext, ohne Schnörkel.

Markus Söder fordert ein konsequenteres Vorgehen der Bundesregierung bei der Rückholung deutscher Staatsangehöriger aus dem Nahen Osten. Insbesondere wünscht er, dass die Bundeswehr zur Evakuierung eingesetzt wird, da andere europäische Staaten hier deutlich offensiver agierten. Das Auswärtige Amt betonte zuletzt zwar, man versuche mit Charterflügen und diplomatischer Unterstützung möglichst vielen Betroffenen zu helfen, doch die Kritik hält sich wegen logistischer Engpässe und bürokratischer Hürden weiterhin. In den letzten 48 Stunden berichteten mehrere Medien, dass die Diskussion um staatliche Verantwortung für Reisende in Kriegs- und Krisengebieten erneut entfacht wurde, gerade auch angesichts wachsender Spannungen in der Region. Neu hinzu kommt, dass nach Recherchen der 'FAZ' die Bundeswehr bereits in Bereitschaft steht, aber noch keine politische Entscheidung zur Ausweitung gefällt wurde.

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