Sozialverband warnt: Pflegeheimkosten entgleisen – Politik in der Pflicht

Michaela Engelmeier vom SoVD schlägt Alarm: Die zuletzt gestiegenen Eigenanteile für Pflegeheime sprengen für viele Menschen jedes Maß – und könnten zur sozialen Zeitbombe werden.

heute 14:31 Uhr | 1 mal gelesen

Manchmal frage ich mich wirklich, wie dieses Land mit dem Thema Alter und Pflege umgehen will, ohne dass das System früher oder später völlig aus den Fugen gerät. Engelmeier, die Chefin des Sozialverbands Deutschland, bringt es knallhart auf den Punkt: Wer ein Leben lang malocht und einbezahlt hat, sollte eigentlich nicht am Ende auf den Knien um Sozialhilfe bitten müssen. Das Gefühl der Ohnmacht, ja fast eine leichte Wut, schwingt mit – und leider nicht grundlos. Der VDEK wirft mit Zahlen um sich, die bedrücken: Knapp 2.900 Euro monatlich – Eigenbeteiligung fürs Pflegeheim. Im Schnitt, wohlgemerkt, und mit steigender Tendenz. Innerhalb nur eines Jahres sind das etwa 300 Euro mehr. Wie lang soll das so weitergehen? Es wirkt wie eine kalte Wand, gegen die immer mehr Menschen drücken. Gesundheitsministerin Warken schiebt Reformen an, doch an vielen Stellen ist schon jetzt zu hören: Das reicht hinten und vorn nicht. Noch dazu stehen weitere Kürzungen bei Zuschüssen zur Debatte – und das, obwohl das Gros der Pflege eigentlich zu Hause, von Angehörigen, geleistet wird. Hier zu sparen, sagt Engelmeier, wäre geradezu aberwitzig. Gerade jetzt bräuchte es Investitionen, und am besten noch eine große Lösung: Solidarisches Absichern aller, egal welcher Beruf hinter einem liegt. Was, wenn Pflege ein kollektives, nicht nur privates Risiko wäre? Die umstrittene Pflege-Bürger-Vollversicherung steht als Idee im Raum – fände ich übrigens vernünftiger als das ewige Flickwerk. Kurz: Die derzeitige Lage schreit eigentlich nach mehr als bloß Sparvorschlägen.

Pflege in Deutschland entwickelt sich immer mehr zum Armutsrisiko. Die Eigenanteile für Pflegeheimaufenthalte sind nach neuen Zahlen erneut kräftig gestiegen und erreichen beinahe 2.900 Euro im Monat – ein Plus von rund elf Prozent innerhalb eines Jahres. Während die Politik mit einer großen Reform ringt, drohen Einsparungen bei Zuschüssen und Rentenvorteilen gerade für pflegende Angehörige – eine Entwicklung, die Kritik von Sozialverbänden hervorruft. Nach Recherchen der letzten Tage berichten mehrere Medien übereinstimmend über die drastisch zunehmende finanzielle Belastung in der Pflege, die Forderung nach einer solidarischen Gesamtlösung sowie die Besorgnis, dass künftige Reformen noch tiefer in Leistungen eingreifen könnten. Beschleunigt wird die Situation durch anhaltenden Fachkräftemangel und eine alternde Bevölkerung, die den Kostendruck zusätzlich treibt. Auch Debatten um mehr Steuerfinanzierung, Anpassung der Pflegeversicherung und neue, bundesweite Pflegestandards gewinnen an Fahrt – deutlich wird: Das System steht am Scheideweg.

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