Spannung, Emotionen und Premieren beim Rodel-Weltcup in Sigulda: Ein Auftakt fürs Olympia-Jahr

Sigulda, Lettland, war Schauplatz des vierten EBERSPÄCHER Rodel-Weltcups – voller Überraschungen, Heimsiegen und packender Rennen hat die weltweite Rodel-Elite das Olympia-Jahr 2026 eingeläutet.

04.01.26 16:59 Uhr | 30 mal gelesen

Manchmal passiert alles auf einmal – und genauso fühlte es sich am ersten Januarwochenende in Sigulda an: Die kleine lettische Stadt verwandelte sich für zwei Tage in einen Hexenkessel aus Jubel, Zittern und sportlichen Heldengeschichten. Gleich zu Beginn ein Novum: Eduards Mikelsvics und Lukass Krasts holen ihren allerersten Weltcupsieg ausgerechnet am Geburtstag des einen – eine Story, wie sie sich kein Drehbuchautor schöner ausdenken könnte. Die heimischen Fans? Laut, euphorisch, ein regelrechtes rodelverrücktes Kollektiv – und für die österreichischen Dauerbrenner Wendl/Arlt reichte es trotzdem „nur“ für Platz zwei, aber immerhin die Rückeroberung der Gesamtweltcupführung. Bei den Damen dominierten Egle/Kipp weiter die Szene; dabei hatten Eitberger/Matschina zur Halbzeit die Nase vorn – bis der zweite Lauf die Karten neu mischte: Da zeigt sich der ganze Nervenkitzel dieses Sports, wo ein Wimpernschlag entscheiden kann, ob Tränen aus Freude oder Frustration fließen. Auch Pechvögel blieben nicht aus: Zwei deutsche Teams verfehlten sturz- und krankheitsbedingt die Ziellinie, was auf dieser Stufe des Wettbewerbs immer weh tut. Im Herren-Einzel war Felix Loch mal wieder der Fels in der Brandung. Zwei „Raketenläufe“, wie man sie sich auf YouTube in Dauerschleife anschauen könnte, brachten ihm den 55. Weltcupsieg ein – respektabel, aber noch ein kleines Stück vom Rekord entfernt. Jonas Müller und Max Langenhan kamen immerhin in Sichtweite. Summer Britcher aus den USA hat mit ihrem schnellsten Lauf des Wochenendes nicht nur gewonnen, sondern gleich die Führung in der Gesamtwertung übernommen. Die Dramatik? Julia Taubitz, Favoritin und nach Grippe sichtlich ausgelaugt, rang sich dennoch aufs Podest – ein bisschen heldenhaft, wenn man ehrlich ist. In der Team-Staffel tanzte Österreich auf dem schmalen Grat zwischen Risiko und Triumph, bis das Damen-Duo Egle/Kipp mal wieder den Ton angab und das Unmögliche möglich machte. Dass Italien und Deutschland nach Missgeschicken leer ausgingen, ist fies – passiert aber, wenn Abfahrt und Präzision Millimeterarbeit verlangen. Kurz: Der Weltcup in Sigulda war kein glatter Hochglanzfilm, sondern eine packende Mischung aus Höhen, Tiefen und mittendrin rodelnde Menschen aus Fleisch und Blut.

Der vierte EBERSPÄCHER Rodel-Weltcup im lettischen Sigulda markierte einen spannungsgeladenen Start in das Olympia-Jahr 2026. Mit Premieren wie dem Heimsieg der Letten Mikelsvics/Krasts und erneuten Erfolgen von Egle/Kipp im Damen-Doppel setzte sich der Trend fort, dass traditionsreiche Favoriten sich immer wieder gegen aufstrebende Local Heroes behaupten müssen, während Routiniers wie Felix Loch ihre außergewöhnliche Klasse bestätigen konnten. Ergänzend dazu berichteten mehrere aktuelle Artikel: Die taz hebt hervor, wie in Lettland nationale Begeisterung den Rodelsport auf ein neues Niveau hebt und lokale Athleten über sich hinauswachsen lässt („Sport ist manchmal der letzte Kitt eines Landes“), während die FAZ einen tieferen Blick hinter die Trainingsmethoden der Athleten und die Herausforderungen der Olympia-Vorbereitung wirft (etwa Kälte, Material und Mentalcoaching). Zugleich berichtet die Süddeutsche über wachsende Diskussionen zur Sicherheit auf den Rodelbahnen und die Rolle technischer Innovationen im internationalen Wettkampf. Damit werden Atmosphäre, sportliche wie gesellschaftliche Relevanz, aber auch neue Herausforderungen rund um den Rodel-Weltcup deutlich.

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