Iran-Konflikt: Ökonomen schlagen Alarm – droht Europa eine Rezession?

Wirtschaftsexpertinnen und -experten warnen davor, dass eine Eskalation des Krieges zwischen Iran, Israel und den USA gravierende Folgen für Europa haben könnte. Zwar sind direkte Auswirkungen aktuell noch begrenzt, doch ein Flächenbrand am Golf birgt echte Risiken.

01.03.26 22:59 Uhr | 4 mal gelesen

Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, Moritz Schularick, glaubt, kurzfristig seien die finanziellen Auswirkungen des aktuellen Konflikts eher moderat. Doch wehe, wenn sich das Ganze in die Länge zieht oder sich auf weitere Staaten ausdehnt – dann könnte schnell ein Szenario mit massiven Schäden und der Gefahr einer Rezession drohen. Ein besonders düsteres Bild zeichnet Schularick für den Fall, dass die Straße von Hormus, jenes Nadelöhr vor dem Iran, länger nicht mehr sicher passierbar bleibt. Über diese Meerenge werden schließlich riesige Mengen Öl und Flüssiggas Richtung Weltmarkt verschifft, vor allem nach Asien, aber eben auch nach Europa. Interessant in dem Zusammenhang auch die Einschätzung von Michael Hüther vom Institut der deutschen Wirtschaft: Die entscheidende Frage sei, ob andere, mit dem Iran verbündete Gruppen – Stichwort Hisbollah und Huthi – ebenfalls in den Konflikt eingreifen könnten. Erst dann wären nicht nur Fördermengen in Gefahr, sondern auch die gesamte Logistik im Nahen Osten. Immerhin: Ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs rollt durchs Nadelöhr zwischen Oman und Iran. Man kann nur hoffen, dass die diplomatischen Drähte nicht endgültig durchbrennen.

Angesichts der aktuellen Lage im Nahen Osten verweisen führende Ökonomen auf erhebliche Risiken für Europa, sollte sich der Iran-Konflikt weiter zuspitzen. Schlüsselprobleme sind insbesondere eine mögliche Blockade der Straße von Hormus und ein Überschwappen der Auseinandersetzungen auf Milizen wie die Hisbollah oder die Huthi. Auch ein längerer militärischer Schlagabtausch könnte zu massiven Störungen bei Öl- und Gaslieferungen führen, was die ohnehin fragile europäische Wirtschaft noch weiter schwächen würde. Neue Recherchen zeigen: Die Sorge um Lieferketten, Energiepreise und geopolitische Stabilität ist in Politik und Wirtschaft so präsent wie lange nicht mehr. Viele Stimmen aus der Industrie mahnen, sich jetzt auf den Ernstfall vorzubereiten, etwa durch Diversifizierung von Energiequellen und den Ausbau strategischer Vorräte. Einige Analysten vergleichen die Gemengelage sogar mit der Ölkrise der 1970er-Jahre, als Engpässe ganze Volkswirtschaften in Turbulenzen stürzten.

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