Bernard Krone, Chef des Traditionsunternehmens mit Sitz in Spelle, gibt unumwunden zu: "In den letzten beiden Jahren haben wir die Zahl der Zeitarbeitskräfte spürbar gesenkt – allein am Standort Spelle sind es über 450 weniger als 2023." Gemeint ist nicht nur der Nutzfahrzeug-Sektor, auch in der Landtechnik wurde reduziert. Die Wirtschaftslage zwingt das Unternehmen, die Übernahme von Beschäftigten mit zeitlich befristeten Verträgen, von Studenten und Azubis auf den Prüfstand zu stellen – sprich: Unsicherheit statt Übernahme. Was die Zukunft bringt? Krone schließt weitere drastische Einschnitte nicht aus, sollte sich die Lage weiter zuspitzen, wohl wissend, dass solche Maßnahmen für viele vor Ort wie ein Kälteschock wirken könnten – hatten sie das vom Unternehmen bislang kaum so hart erlebt. Immerhin: Große Entlassungswellen seien aktuell nicht geplant.
Für die Schwierigkeiten nennt Krone viele Faktoren: Amerikanische Zölle, mit China einen starken Wettbewerber auf dem Weltmarkt, dazu der Ukraine-Krieg und, fast schon klassisch, „überbordende Bürokratie und Regulierungen“ auf EU-Ebene. Trotzdem, ein Wegzug der Firmenzentrale ins Ausland, wie es andere Unternehmen gerade tun? Davon sei man „noch weit entfernt“, so der Geschäftsführer.
Krone ist eine Größe im Landmaschinenbau, beschäftigt weltweit über 10.000 Mitarbeiter und setzte in 2023/24 mehr als drei Milliarden Euro um. Die Firma, seit Gründung 1906 in Familienhand, wird heute in vierter Generation von Bernard Krone geführt – und dieses Chefsessel-Erbe zieht sich wie ein roter Faden durch die Firmengeschichte.
Krone, ein traditionsreiches Familienunternehmen im Emsland, steht derzeit wegen der deprimierenden Marktlage unter massivem Druck und streicht daher zahlreiche zeitlich befristete Arbeitsplätze. Niedrige Nachfrage, internationale Konkurrenz aus Fernost, politische Krisen und EU-Bürokratie belasten das Firmenklima beträchtlich. Laut aktuellen Branchenanalysen stehen viele mittelständische Unternehmen in Deutschland vor ähnlichen Herausforderungen: Die schwächelnde Wirtschaft trifft speziell Hersteller im Bereich Landtechnik und Nutzfahrzeuge hart – sie müssen nicht nur Personal reduzieren, sondern auch verstärkt Produktionskosten und Innovationstempo im Blick behalten. Gleichzeitig gibt es vielerorts Unsicherheit bei der Übernahme von Nachwuchskräften, auch weil Transformation und Digitalisierung Investitionen verlangen, die im Moment schwer zu stemmen sind. Frische Branchenberichte stützen diese Entwicklung und warnen vor einer anhaltenden Rezession im Maschinenbau.