SPD bleibt standhaft: Keine höhere Mehrwertsteuer, aber Steuern für Reiche auf dem Prüfstand

Die SPD hält trotz düsterer Wirtschaftsaussichten am Kurs fest, Wohlhabende sowie Erben stärker steuerlich zu belasten – höhere Mehrwertsteuer ist für sie dagegen ein Tabu. Steuerpolitik und Haushaltsdisziplin sollen laut Wiebke Esdar Hand in Hand gehen, um Deutschland zukunftsfähig zu machen.

heute 00:02 Uhr | 2 mal gelesen

Man könnte meinen, in Zeiten schwächelnden Wachstums würde die SPD nach der schnellen Konsumsteuer greifen – tatsächlich aber pocht die Fraktion darauf, den Schwerpunkt ihrer Steuerpolitik beizubehalten. 'Unser Steuersystem hinkt aus der Zeit', argumentiert SPD-Vize Wiebke Esdar. Der Vorwurf: Scheunentorbreit ungerecht – denn, so ihre Sicht, leistet die breite Masse zu viel, während Wohlhabende und Erbende vergleichsweise ungeschoren davonkommen. Aus Esdars Perspektive ist es daher an der Zeit, heftige Schultern mehr tragen zu lassen. Sie will eine steuerliche Entlastung für 95 Prozent der Arbeitnehmer:innen durch eine Einkommensteuerreform erreichen, gleichzeitig aber Besserverdienende – auch Parlamentskollegen – stärker zu Kasse bitten. Ihre Argumentation: 'Wer den Leuten beim Einkauf noch mehr abknöpft, trifft gerade jene, für die jeder Euro zählt – und verbrät nebenbei die Binnennachfrage.' Deswegen ist die Mehrwertsteuererhöhung als Instrument für sie keine Option. Stattdessen wirft sie Alternativen ins Spiel: Vermögensteuer für Superreiche, Erbschaftsteuer auf neue Beine stellen, Kapitalertragsteuer überarbeiten. Und ganz nebenbei: Die SPD will auch bei den Ausgaben den Rotstift nicht scheuen. Die Sorgen um das Wirtschaftswachstum bleiben akut, das zeigen auch die frisch gekappten Prognosen der Wirtschaftsinstitute aufgrund internationaler Krisen – aktuell nur noch 0,6 Prozent erwartet.

Die SPD-Fraktion hält an ihrer Linie fest: Eine Anhebung der Mehrwertsteuer lehnt sie kategorisch ab, weil sie insbesondere Geringverdiener trifft und in wirtschaftlich schwachen Zeiten die Inlandsnachfrage weiter bremsen könnte. Stattdessen setzt die Partei auf stärkere Besteuerung von Wohlhabenden, Vermögenden und Erben, um mehr Steuergerechtigkeit und staatliche Handlungsfähigkeit zu gewährleisten – das Thema Steuerreform sei für die SPD also eng mit sozialer Balance und wachstumspolitischer Weichenstellung verwoben. Angesichts aktueller geopolitischer Unsicherheiten und der deshalb eingetrübten Wachstumsperspektiven hebt die SPD hervor, dass sie ein umfassendes Paket aus steuerlichen Änderungen und konsequenter Ausgabendisziplin anstrebt. Gleichzeitig wächst die politische Debatte: In aktuellen Medienberichten gibt es Stimmen aus Wirtschaft und Opposition, die vor zusätzlichen Steuerbelastungen warnen. Die Debatte um eine mögliche Wiedereinführung der Vermögensteuer ist sehr präsent, das Meinungsbild in der Bevölkerung jedoch gespalten. Neuerdings wird auf EU-Ebene diskutiert, wie Deutschland mit seiner hohen Abgabenlast im internationalen Vergleich umgeht und welche Reformschritte für mehr Wachstumsdynamik nötig wären.

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