"Über Nacht sind die Rohölpreise förmlich abgesackt – da wundert es schon, dass an der Tankstelle davon wieder mal kaum etwas zu merken ist", meinte Esra Limbacher gegenüber der Rheinischen Post. Besonders geärgert habe ihn, dass ausgerechnet in Deutschland die Spritkosten im EU-Vergleich so sprunghaft anstiegen – nicht erst heute. Limbacher kritisierte, Preissteigerungen würden stets blitzschnell an Kundinnen und Kunden weitergereicht, aber fallende Preise nur zögerlich. Das sei für viele ein frustrierendes Spiel auf dem Rücken der Pendler.
Staatliche Maßnahmen – etwa Subventionen oder Steuererleichterungen – hätten bislang laut Limbacher wenig bewirkt. "Deshalb halte ich es weiterhin für unabdingbar, Preisobergrenzen einzuführen oder außergewöhnliche Gewinne der Konzerne stärker zu besteuern. Die Politik ist hier gefragt – bloße Appelle reichen nicht mehr."
Die SPD fordert angesichts des jüngsten Rückgangs der Ölpreise eine spürbare und sofortige Senkung der Spritpreise an deutschen Tankstellen, nachdem die blockierte Straße von Hormus wieder geöffnet wurde. Limbacher kritisiert insbesondere die schleppende Weitergabe von Preissenkungen im Vergleich zu Preiserhöhungen wie auch die unzureichende Wirkung staatlicher Maßnahmen gegen die Belastung der Autofahrenden. Neuere Schlagzeilen aus anderen Medien zeigen: Die Diskussion um kurzfristige und marktgerechte Weitergabe von Preisschwankungen an Kunden bleibt hochaktuell und wird europaweit geführt.