„Man muss schon ehrlich sein: Staaten außerhalb Europas, in denen die Wahrung der Menschenrechte garantiert ist, sind äußerst rar gesät“, so SPD-Fraktionsvize Sonja Eichwede. Ihrer Einschätzung nach überwiegen bei den "Return Hubs" die finanziellen und moralischen Risiken die Vorteile; hohe Ausgaben für eine kleine Zahl Betroffener, möglicherweise sogar an nicht-demokratische Staaten fließend, dürften am Ende die gesellschaftliche Spaltung verstärken, statt Lösungen zu bringen. Sie pocht darauf, dass Deutschland und die EU Verantwortung nicht an zweifelhafte Partner delegieren und selbst mit Herkunftsstaaten über legale Rückführungen sprechen. "Unser Ziel darf kein reiner Abschottungskurs sein – es muss um Verantwortung und Rechtsstaatlichkeit gehen." Ganz anders positioniert sich CDU-Politiker Detlef Seif: Er hält die Rückführungszentren für notwendig, um die Rückweisungen effektiver zu machen und betont, sämtliche menschenrechtlichen Standards würden selbstverständlich erfüllt. "Derzeit scheitert der Großteil der Abschiebungen – Return Hubs könnten wirklich für einen Kurswechsel sorgen." Wer dabei Recht behält? Ganz ehrlich: Die Debatte ist noch lange nicht entschieden.
Die Diskussion um Abschiebezentren außerhalb Europas entzündet sich im Wesentlichen an zwei Polen: Während die SPD befürchtet, dass solche Zentren die Werte Europas untergraben und ineffizient sind, argumentieren CDU und CSU, dass damit ein Ausweg aus dem aktuellen Abschiebe-Dilemma möglich sei. Tatsächlich gibt es international kaum Beispiele, in denen Drittstaatenabschiebungen ohne massive Rechteverletzungen umgesetzt wurden; oft stehen wirtschaftliche Interessen und menschenrechtliche Bedenken im Widerstreit. In aktuellen Berichten zeigen sich europäische Nachbarländer zögerlich bei ähnlichen Modellen – und in der Praxis verhindern politische, finanzielle und logistische Hürden schnelle Lösungen.