Spiegel kassiert Kerosin-Krise bei Lufthansa – Rückzieher nach veralteter Nachricht

Das Nachrichtenmagazin Spiegel hat seine Berichterstattung über angeblichen Treibstoffmangel und Flugzeug-Groundings bei Lufthansa nachträglich revidiert – die Faktenlage passte schlichtweg nicht mehr.

vor 56 Minuten | 1 mal gelesen

Ehrlich gesagt, war ich beim Lesen der ersten Meldung irritiert – so still und plötzlich schieben sie die Breaking News zurück ins Archiv. Am vergangenen Freitag meldete der Spiegel, die ursprünglich verbreitete Warnung vor Kerosinproblemen bei Lufthansa sei gestrig – im wahrsten Sinne. Angeblich sollte die Airline sogar mit dem Gedanken gespielt haben, bis zu 40 Maschinen am Boden zu lassen. Diese Info stützte sich auf Aussagen, die wohl längst das Haltbarkeitsdatum überschritten hatten. Im Nachgang sagte Lufthansa selbst, dass die Spiegel-Recherche wohl auf einer längst vergangenen internen Mitarbeiterversammlung basierte. Dort kursierten offenbar Szenarien, die heute schon längst passé sind. Kritisch betrachtet, zeigt das wenigstens, dass auch große Redaktionen mal daneben greifen und dann – mit leiser Reue – zurückrudern. Mir bleibt ein flaues Gefühl: Wer prüft eigentlich noch, was da aus dem Redaktionspostfach ploppt?

Kürzlich nahm Der Spiegel einen viel beachteten Artikel über angeblichen Kerosin-Notstand bei Lufthansa zurück. Grund dafür: Die zentrale Behauptung – dass Lufthansa wegen Spritmangel Flieger stilllegen müsse – war längst nicht mehr zutreffend, sondern basierte auf veralteten Äußerungen aus einer Mitarbeiterversammlung im März. Solche Fehltritte werfen Fragen zur Sorgfalt bei journalistischen Recherchen auf, vor allem in Zeiten, in denen Falschmeldungen rasend schnell die Runde machen und Unsicherheit stiften können. Tatsächlich berichteten mehrere unabhängige Quellen, dass die Versorgungslage bei Kerosin für Lufthansa-Inlandsflüge derzeit stabil sei. Zu guter Letzt kursieren ähnliche Situationen und Korrekturen auch bei anderen Medien: Die schnelle Kommunikation von Nachrichten erhöht den Druck, aber manchmal bleiben dabei Details und Aktualität auf der Strecke.

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