Winterspiele erstmals wieder ohne Jetlag: Ein Glücksfall für Fans
Yorck Polus, seines Zeichens ZDF-Sportchef, sinniert: Nach dem Handball-EM-Fieber nun also die Winterspiele – und irgendwie fühlt sich dieses Sportjahr wie ein einziges, langgezogenes Fest an. Besonders spannend: Erstmals seit zwei Jahrzehnten konnten wir alles live und zur gewohnten Zeit miterleben. Schon seltsam, wie sehr eine simple Sache wie die Zeitverschiebung das eigene Olympiagefühl trüben kann. Nun gab’s keine Ausreden mehr wie: "Zu müde", "Schon vorbei" – die Wettkämpfe kamen direkt ins Wohnzimmer, ins Büro und auf jedes erdenkliche mobile Endgerät. Italien als Gastgeber hat übrigens gleich doppelt profitiert: In wenigen Tagen beginnt dort auch das große Paralympics-Nachspiel.
Mächtiger Einstand: Olympia-Start als Straßenfeger
Gleich zum Auftakt lockte Olympia einen gewaltigen Schwung an Zusehern vor die Mattscheiben. Am zweiten Wettkampftag zum Beispiel standen 4,5 Millionen Menschen parat, 26% Marktanteil. Noch beeindruckender: Die Rodel-Herren und die Biathlon-Staffel knackten einzeln um die 6,6 Millionen-Marke – man stelle sich das als Menschenmasse mal auf einem Platz vor! Darüber hinaus zeigte auch das Skispringen der Frauen, dass Wintersport keine Männersache ist: Über 6,5 Millionen hingen an den Bildschirmen, als die Athletinnen von der Großschanze segelten.
Junge Zielgruppe auf dem Sprung – und das beim Wintersport!
Krass eigentlich: Die Jüngeren – sonst nicht gerade berüchtigt für traditionelles Fernsehschauen – waren bei Olympia mit am Start. Das ZDF schaffte es, bei den unter 30-Jährigen einen Marktanteil von mehr als einem Drittel einzufahren. Wohl auch, weil es mittlerweile neben Biathlon und Skisprung jede Menge Action-Disziplinen und spektakuläre Bilder gibt.
Olympia – ein Land im Ausnahmezustand
Bis zum zehnten Tag hatten schon knapp 40 Millionen Deutsche Olympia wahrgenommen. Das sind über die Hälfte aller Bundesbürger ab drei Jahren – man merkt, wie sehr die Spiele im Alltag angekommen sind. Abgesehen vom Fernsehen waren über fünf Millionen über Streaming dabei – offensichtlich ist Digitalisierung beim Sportkonsum längst die Norm.
Olympia zum Mitnehmen: Streaming wird zur Parallelwelt
Noch ein Blick ins Netz: Über 50 Millionen Abrufe für Olympia-Videos, an zwei Tagen knackten die Livestreams sogar die Fünf-Millionen-Views-Schwelle. Quer verteilt: Highlights, ganze Wettbewerbe und spontane Clips – je nachdem, wie's ins Leben passt. Über 700 Stunden Stream im ZDF: Das ist fast schon absurd viel, aber die Menschen kommen offensichtlich auf ihre Kosten.
Die Übertragungen der Olympischen Winterspiele 2026 punkteten bei ARD und ZDF mit fantastischen Einschaltquoten: Höchste Einschaltzahlen erzielte vor allem das ZDF, das am Abschlusstag und an Spitzentagen jeweils Quotenhöchstwerte bei Einzelwettbewerben wie Rodeln oder Biathlon verbuchen konnte. Besonders auffällig: Auch junge Leute waren mit Begeisterung dabei, was auf die dynamischere Aufmachung und moderne Sportarten zurückgeführt wird. Parallel zum klassischen TV verzeichneten die Streaming-Angebote einen enormen Zulauf – ein klarer Hinweis, dass lineares Fernsehen und digitale Plattformen gemeinsam Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer in den Bann ziehen. Aktuellen Medienberichten zufolge war neben den Quoten auch das Sportliche auffällig: Deutschland konnte einige Medaillenerfolge verbuchen, wobei etliche Wettbewerbe bis zuletzt spannend blieben. International zeichnete sich bei den Spielen ein positiver Verlauf ab, sowohl was die Organisation als auch die Stimmung in Norditalien anging. Allerdings gab es auch kritische Stimmen bezüglich Nachhaltigkeit und Kosten, die nach Olympia diskutiert wurden.