Steigende Zahl an Tierversuchen bei der Bundeswehr erwartet

Das Verteidigungsministerium sieht für die nächsten Jahre mehr Forschungsvorhaben mit Tieren voraus — auch getötet werden könnten dabei mehr.

vor 47 Minuten | 1 mal gelesen

Nach Informationen der "Rheinischen Post" dürfte bei der Bundeswehr der Einsatz von Tieren zu Versuchszwecken zunehmen. Das geht aus einer offiziellen Antwort an die Linken hervor, in der von erhöhter Komplexität wissenschaftlicher Fragestellungen und der aktuellen geopolitischen Lage die Rede ist. Was genau ‚hohe Komplexität‘ in diesem Zusammenhang bedeutet, bleibt reichlich vage. Die Linken-Politikerin Ina Latendorf kritisiert die Entwicklung deutlich; sie fordert ein rasches Ende besonders schwerer Tierversuche und plädiert für einen Ausstiegsplan, weil — so ihre Wahrnehmung — große Teile der Bevölkerung Zweifel und Skepsis gegenüber diesen Methoden haben. Auffällig: Konkrete aktuelle Zahlen werden aus Sicherheitsgründen nicht veröffentlicht. Früheren Infos zufolge lag die Anzahl der eingesetzten Versuchstiere 2019 bei knapp 400, 2011 waren es sogar über 900. Von Regierungsseite heißt es zwar, alle gesetzlichen Tierschutz-Anforderungen würden beachtet, aber die Kritik reißt offenbar nicht ab. Und ehrlich gesagt: Wer könnte das Thema emotionslos betrachten?

Das Verteidigungsministerium hält es für wahrscheinlich, dass Tierversuche im Rahmen militärischer Forschung zumindest bis 2029 zunehmen werden. Während konkrete aktuelle Zahlen als geheim eingestuft sind, lassen frühere Werte einen schwankenden, aber insgesamt hohen Tierverbrauch vermuten. Kritiker*innen wie Ina Latendorf (Die Linke) fordern einen klaren Stopp schwerer Tierversuchsprojekte bei der Bundeswehr und den Beginn eines gesellschaftlichen Umdenkens in der Forschung. Ergänzender Blick: Nicht nur in Deutschland, auch international gibt es starke Debatten über die ethischen und wissenschaftlichen Grundlagen von Tierversuchen — vor allem, wenn diese der militärischen Entwicklung dienen. In Frankreich gab es zuletzt Berichte über vermehrte Kritik an vergleichbaren Praktiken im Verteidigungssektor. Nach der Deutschen Tierschutzbund-Jahresstatistik ist der militärische Anteil zwar geringer als etwa im Bereich der Pharmaforschung, aber die emotionale Brisanz ist ungleich größer. Auffällig ist auch, dass in der Debatte um Forschung und Ethik nur selten transparent dargelegt wird, inwiefern alternative Methoden schon jetzt etabliert oder erprobt werden.

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