Starkes Gefälle zwischen Pressestellen und Agenturen
Uhrzeigergefühl in PR-Agenturen: 56 Prozent ihrer Mitarbeitenden berichten, dass ihr Gehalt im letzten Jahr weder gestiegen noch gesunken ist. In Pressestellen ist diese Zahl mit 33 Prozent deutlich niedriger.
Anderswo springt das Gehalt wenigstens ein kleines Bisschen: 43 Prozent der Pressestellen-Mitarbeitenden können eine Gehaltserhöhung von zwei Prozent oder mehr verzeichnen – eine Bewegung ungefähr auf Höhe der jährlichen Inflation. PR-Agenturen hinken hinterher, dort sind es nur 27 Prozent mit solch einem Plus.
Knapp unterhalb der Inflation verlief die Gehaltsentwicklung bei 22 Prozent der Pressestellen. Nur 8 Prozent der Agenturmitarbeitenden berichten davon. Bei PR-Agenturen geben zudem 9 Prozent sogar an, weniger zu verdienen als im Vorjahr, in Pressestellen sind das lediglich 2 Prozent.
Zufriedenheit trotz Stillstand?
Bemerkenswert: Trotz aller Unterschiede zeigen sich 41 Prozent der Menschen in Pressestellen und 37 Prozent in Agenturen eher zufrieden mit ihrem Einkommen. "Sehr zufrieden" sind immerhin 14 Prozent (Pressestellen) bzw. 12 Prozent (Agenturen).
Wenig überraschend: Unzufriedenheit ist zwar da, aber kein Massenphänomen – 29 Prozent der Pressestellenkräfte und 24 Prozent der Agenturleute geben an, ihrem Gehalt eher oder sogar sehr unzufrieden gegenüberzustehen. Der Rest ist, naja, neutral: 16 Prozent in Pressestellen, 27 Prozent bei PR-Agenturen.
Gehaltsverhandlungen als Stolperstein
Hälfte der Befragten erwartet 2026 erschwerte Gehaltsgespräche, während nur sechs Prozent auf Besserung hoffen. 37 Prozent antizipieren keinen Unterschied zum Vorjahr.
Wechselwunsch? Kaum ausgeprägt!
Nicht einmal jeder und jede Fünfte plant den Jobwechsel wegen Gehaltsstagnation – 56 Prozent wollen bleiben. 23 Prozent sind sich noch unschlüssig, wie ihre nächste Etappe aussehen soll.
Was sie sich wünschen: Mehr als Geld
Geld ist nicht alles: 48 Prozent träumen von mehr Urlaub, 41 Prozent möchten gerne externe Weiterbildungen. Flexiblere Arbeitszeiten (22 Prozent), bessere Homeoffice-Regelungen (21 Prozent) und sogar Auslandsoptionen (17 Prozent) stehen ebenfalls auf der Wunschliste.
Kurz gefasst (Ergebnisse im Überblick):
- Nur marginale Gehaltssteigerungen, vor allem in PR-Agenturen
- Zufriedenheit überwiegt trotz geringer Lohnentwicklung
- Hälfte rechnet mit schwierigen Gehaltsverhandlungen
- Jobwechsel rückt für die meisten nicht in greifbare Nähe
- Benefits abseits des Gehalts gewinnen an Bedeutung
Die komplette Auswertung gibt's auf dem news aktuell Blog: news aktuell Blog.
Über den PR-Trendmonitor
Der PR-Trendmonitor – ein Dauerbrenner seit über 20 Jahren – bietet Kommunikationsprofis aus Unternehmen und Agenturen in Deutschland und der Schweiz regelmäßig tiefe Einblicke in die Schwingungen der Branche.
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Der PR-Trendmonitor 2026 verdeutlicht, dass die Gehälter in Deutschlands Kommunikationsbranche – insbesondere in PR-Agenturen – weitgehend stagnieren, was sich deutlich von der Entwicklung in Pressestellen unterscheidet. Trotz ausbleibender Lohnsteigerungen herrscht eine überraschend ausgeprägte Zufriedenheit mit dem eigenen Gehalt, und der Wechselwille bleibt begrenzt. Bemerkenswert ist, dass insbesondere zusätzliche Urlaubstage, externe Weiterbildungen sowie flexiblere Arbeitsmodelle und Homeoffice-Regelungen verstärkt nachgefragt werden. Eine aktuelle Recherche zeigt, dass die Diskussion um stagnierende Gehälter und wachsende Ansprüche an nicht-monetäre Benefits die Branche deutschlandweit prägt. Laut 'Spiegel' steigen Gehälter branchenübergreifend nur noch moderat, da die wirtschaftliche Lage vieler Arbeitgeber angespannt bleibt. Die 'Süddeutsche' berichtet, dass die Inflation sich zwar abgeschwächt hat, aber viele Beschäftigte Gehaltsentwicklungen unterhalb der Teuerungsrate beklagen. Nach Angaben von 'taz' gewinnen Zusatzleistungen wie mehr Urlaub und flexible Arbeit weltweit an Bedeutung und führen dazu, dass immer mehr Arbeitgeber und Arbeitnehmer neue Modelle der Zusammenarbeit erproben. Im PR-Bereich ist die Wechselbereitschaft zwar nicht ausgeprägt, aber gerade junge Talente zeigen laut mehreren Quellen ein gesteigertes Interesse an attraktiven Arbeits(zeit)-modellen und internationaler Mobilität.