Strack-Zimmermann zieht Kandidatur für FDP-Co-Vorsitz zurück

Marie-Agnes Strack-Zimmermann zieht ihre Bewerbung um den FDP-Parteivorsitz überraschend zurück und bestärkt stattdessen ihren Parteikollegen Henning Höne.

heute 13:38 Uhr | 4 mal gelesen

Mit einer durchaus energischen Erklärung zieht Marie-Agnes Strack-Zimmermann, eine markante Figur der Liberalen, ihre Kandidatur vom Rennen um den Parteivorsitz zurück. Auslöser war die offizielle Bewerbung von Henning Höne, seines Zeichens bereits FDP-Vize und Chef in NRW – offenbar setzt sie nun all ihre Karten auf ihn. "Ich habe von Beginn an auf die sehr hohe Hürde einer Zweidrittelmehrheit für eine Doppelspitze hingewiesen", ließ sie im Interview mit dem Spiegel durchblicken. Interessant dabei: Obwohl sie Höne noch kürzlich als denkbaren Partner für eine Doppelspitze ins Spiel gebracht hatte, sieht sie nun wenig Aussicht auf die erforderliche Mehrheit beim FDP-Parteitag Ende Mai. Eine Einzelbewerbung schließt sie aus – zu groß seien ihre Verpflichtungen als Chefin des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung im EU-Parlament. Kurz gesagt: Die Entscheidung für Höne sei "folgerichtig und erfreulich", so Strack-Zimmermann. Dass sie ihm nicht erst seit gestern Sympathien entgegenbringt, ist ohnehin kein Geheimnis. Höne gilt als junger, aber schon erfahrener Strippenzieher der mächtigen NRW-FDP. Strack-Zimmermann kündigte an, sich weiterhin engagiert im Parteipräsidium einbringen zu wollen. Was das für die oft diskussionsfreudige Partei bedeutet? Jedenfalls eines: Die Personaldebatte bleibt lebhaft – fast wie früher bei den Liberalen. Und zwischendurch fragt man sich, ob diese Offenheit nicht einen eigenen Freiheitsbegriff widerspiegelt oder doch nur pragmatische Machtpolitik ist. Wie dem auch sei, die Parteispitze bleibt ein heißes Pflaster.

Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat ihre Bewerbung für eine mögliche Doppelspitze beim FDP-Bundesvorsitz aus strategischen Gründen zurückgezogen, nachdem Henning Höne seine Kandidatur angemeldet hat. Laut Strack-Zimmermann sei die notwendige Zweidrittelmehrheit aktuell kaum erreichbar, was sie dazu bewegte, Höne nun aktiv zu unterstützen. In den letzten Tagen berichten mehrere Leitmedien, dass die personellen Weichenstellungen in der krisengeschüttelten FDP weiter für kontroverse Debatten sorgen: Die Partei steht nach der Niederlage bei der Europawahl unter wachsendem Druck, sich personell und inhaltlich neu aufzustellen. Auffällig ist, dass besonders viel über junge Führungskräfte wie Höne und über die Herausforderungen – vor allem im Umgang mit Regierungsverantwortung und Opposition – diskutiert wird. Auch die Rolle Strack-Zimmermanns als profilierte Außen- und Verteidigungspolitikerin, die sich weiterhin im Präsidium engagieren will, bleibt ein wichtiger Faktor für die innerparteiliche Dynamik.

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