Kulinarische Abgründe in Island: Reykjavík Fusion erzählt von Jónas, der nach dem Knast eigentlich nur in die Küche zurück will – aber dann gründet er mit jeder Menge krimineller Energie ein Restaurant, das ihm fast alles kostet. Online ab 16. April, linear am 23. April. Vielleicht ist Island nicht nur für Vulkane gut.
Iran im Fokus: Neue Stimmen, neue Bilder. ARTE zeigt ab 10. April eine neue Online-Reihe mit Filmen aus dem Iran – von Shirin Neshats Women Without Men bis zu aktuellen Werken von Mohammad Rasoulof oder Behrooz Karamizade. Ernste Töne, aber auch Hoffnung. Happiness Staffel 1 ist gleich mit dabei.
Trading mit TikTok-Tempo: Aktien? Safe! blickt auf neue Börsianer-Generationen. Ob die jungen Leute wissen, worauf sie sich einlassen? Kurze Doku-Serie ab 1. April online.
Neue (alte) Atomangst – Tschernobyl reloaded? Die internationale Doku-Reihe Tschernobyl – Der Insiderbericht gibt ab 7. April Zeitzeugen nicht nur aus der Nähe des Reaktors, sondern auch aus der Weltpolitik Raum zum Sprechen: Fast vier Jahrzehnte nach dem GAU greifen ARTE-Reporter nach den Erinnerungen. 14. April dann auch im TV.
Unfassbar, aber wahr: USA – Zwangssterilisation hinter Gittern läuft ab 20. April online. In Kaliforniens größtem Frauengefängnis wurden jahrelang Frauen unfreiwillig sterilisiert, besonders häufig Women of Color. Eine Überlebende und ihre Anwältin stoßen auf systemische Finsternis und kämpfen gegen das Vergessen.
Kunst als detektivischer Krimi: Gustav Klimt – Ein Kunstkrimi (ab 7.4.), spürt den Spuren eines rätselhaften Gemäldes nach – und landet bei Fragen zu Kolonialismus, Herkunft und Identität.
Übersehene Heldinnen: Emilie Schindler – Die vergessene Heldin dokumentiert ab 26. April die wahre Geschichte einer Frau, die lange im Schatten ihres berühmten Ehemannes stand – und doch viele Menschenleben gerettet hat. Im Kontext von Schindlers Liste schaut ARTE hier neu hin.
Große Töne, alte Noten: Bach: Passionsoratorium. Alexander Grychtolik experimentiert mit einer Rekonstruktion, Ensemble Il Gardellino spielt – nach 300 Jahren erstmals zu hören! Ab 5. April.
Wolf oder Freund? In Mit den Wölfen leben taucht Filmemacher Jean-Michel Bertrand ab 15. April (online) in die Lebensrealität von Menschen ein, die in Europa mit zurückkehrenden Wölfen leben (müssen). Oft hitzig diskutiert – die Stimmen sind unterschiedlicher, als man glaubt.
Bomben, Leben, Rätsel – Asteroideneinschläge! Die neue Doku Asteroideneinschläge – Der Ursprung des Lebens? (ab 25.4., linear 2. Mai) stellt die gängige Vorstellung auf den Kopf: Waren kosmische Kollisionen vielleicht die Voraussetzung für Leben auf der Erde?
(Für weitergehende Infos siehe Offizielle Presseinfos ARTE)
Die ARTE-Streamingtipps für April versprechen einen spannenden und teils auch unbequemen Programm-Mix: Mit 'Reykjavík Fusion' eröffnet die isländische Thrillerserie einen Blick in Abgründe und Sehnsuchtsorte, während die iranische Filmreihe auf neue Sichtweisen zwischen Widerstand und Alltagsbewältigung setzt. Besonders hervorzuheben ist die Doku über Zwangssterilisationen in US-Gefängnissen und das Augenmerk für vergessene Geschichten – etwa mit dem Porträt Emilie Schindlers. Themen rund um Zeitgeschichte, Gerechtigkeit und das vielschichtige (Zusammen-)Leben in Europa stehen im Zentrum: Vom Überleben nach der Atomkatastrophe in Tschernobyl bis zur Renaissance der Wölfe, von der Börse als neuem Spielfeld junger Menschen bis zur kunsthistorischen Spurensuche bei Gustav Klimt. Weitere Recherchen zeigen: Besonders gefragt sind derzeit Dokus, die gesellschaftliche Missstände aufdecken oder eine neue historische Perspektive bieten, etwa zu aktuellen Fragen europäischer Erinnerungskultur oder Umgang mit Minderheiten (siehe taz, Spiegel, Zeit). Die Streamingangebote von ARTE fügen sich dabei in eine größere Debatte über Koexistenz, kollektive Krisenerfahrung und den nicht endenden Hunger nach Geschichten, die unter die Oberfläche gehen.