Streaming-Hit: "Ku'damm 77" begeistert Millionen im ZDF-Online-Angebot

Mit Schwung, Frauenpower und Nostalgiefaktor trifft "Ku'damm 77" offenbar punktgenau den Nerv der Zuschauerinnen und Zuschauer: Die vierte Staffel der historischen Familiensaga um die Schöllacks und ihre Tanzschule hat binnen 19 Tagen rund 8,5 Millionen Mal das Publikum vor die Screens gelockt – ausschließlich im ZDF-Streaming-Portal.

heute 16:34 Uhr | 2 mal gelesen

Ein Stück Berliner Geschichte, erzählt mit Taktgefühl und einer gehörigen Portion weiblicher Perspektive – so kennt man die "Ku'damm"-Reihe, und ganz augenscheinlich liebt das Publikum sie genau dafür. Seit dem 27. Dezember 2025 stehen die sechs neuen Episoden von "Ku'damm 77" im digitalen Angebot des ZDF bereit und haben in nicht einmal drei Wochen beeindruckende 8,53 Millionen Abrufe gesammelt. Über jede einzelne Folge hinweg bleiben die Zahlen konstant hoch, im Mittel also etwa 1,42 Millionen Zugriffe pro Episode – ein Wert, der für deutsche Serienproduktion im Streaming-Kontext durchaus beachtlich ist. Was irritierend auffällt: Die meisten Zuschauerinnen und Zuschauer haben die Serie bereits online gesehen, noch bevor sie im klassischen Fernsehen lief – ein echter Fingerzeig auf den Wandel der Mediennutzung. Genauer: 6,39 Millionen Streams entfielen auf die Zeit vor der TV-Premiere – eine Zahl, über die so mancher linearer TV-Programmdirektor ins Grübeln kommen dürfte. Wie Heike Hempel, Leiterin der Redaktion Fernsehfilm/Serie II beim ZDF, betont, wächst die Kraft der Marke "Ku'damm" mit jeder neuen Staffel – und das über Generationen hinweg. Nicht überraschend ist also, dass auch die älteren Staffeln wieder im Fahrwasser des neuen Erfolgs schwimmen: Insgesamt wurden in den vergangenen 19 Tagen alle Folgen der Serie, von "Ku'damm 56" bis zur aktuellen "Ku'damm 77", zusammen 12,3 Millionen Mal abgerufen – das meistgestreamte Format überhaupt im ZDF-Angebot derzeit. Und immerhin: Die Staffeln stehen Fans noch bis Ende 2026 zur Verfügung, genug Zeit also, gemütlich nachzuholen oder Lieblingsfolgen nochmal zu genießen. Der Zuspruch zeigt sich nicht nur im Netz: Bei der (etwas altmodischer anmutenden) linearen Ausstrahlung erzielte "Ku'damm 77" im Schnitt solide 2,835 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer, also ein Marktanteil von 12 Prozent. Die begleitende Doku "Terra X History: Ku'damm 77" zog zusätzlich 2,759 Millionen vor den Fernseher. Im Streamingbereich lockte sie immerhin schon 146.000 Abrufe an – erstaunlich, wie unterschiedlich Formate performen, je nach Plattform. Kurzer Rückblick auf Produktion und kreative Köpfe: Drehbuchautorin Annette Hess, ganz klar das Erzählherz des "Ku'damm"-Universums, bleibt der Serie treu. Inszeniert wurde die vierte Staffel von Maurice Hübner. Natürlich sind bekannte Gesichter erneut dabei – Sonja Gerhardt, Claudia Michelsen, Maria Ehrich, Emilia Schüle – aber, das ist neu, auch frische Schauspielnamen erweitern das Ensemble, darunter Carlotta Bähre und Massiamy Diaby. Produziert hat UFA FICTION im Auftrag des ZDF, und wer Lust bekommt, kann die Redaktion oder Kommunikation direkt kontaktieren – aber wahrscheinlich drücken die meisten einfach auf „Play“.

"Ku'damm 77" setzt als vierte Staffel die bislang erfolgreiche Saga um die Familie Schöllack und ihre Tanzschule im Berlin der 1970er Jahre fort. Besonders auffällig: Der Erfolg ist nicht nur im klassischen Fernsehen, sondern vor allem im Streaming riesig – die meisten Zuschauerinnen und Zuschauer haben die Serie bereits weit vor TV-Ausstrahlung digital konsumiert, was den Trend weg vom linearen Fernsehen unterstreicht. Annette Hess, als kreative Schöpferin, entwickelt weiterhin die starken Frauenfiguren weiter, wobei historische Ereignisse wie der gesellschaftliche Wandel, Emanzipation und der Generationenkonflikt geschickt mit persönlichen Dramen verwoben werden. Seit dem Erfolg der ersten Staffel "Ku'damm 56" hat sich die Serie herumgesprochen, auch weil sie immer wieder aktuelle Diskurse in Retro-Kulisse verwebt. Die Neuzugänge im Cast heben den frischen Blick hervor, auch und gerade, weil gesellschaftliche Diversität heute mehr eingefordert und abgebildet wird als in den bisherigen Staffeln. In aktuellen Medienberichten betonen Branchenkenner, dass das Beispiel "Ku'damm 77" zum Vorbild für künftige fiktionale Formate werden könnte – mit Fokus auf hochwertige Produktion, weibliche Perspektiven und innovative Veröffentlichungskonzepte. (Quellen: taz.de, spiegel.de, zeit.de)

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