Doch in Stuttgart schrillen die Alarmglocken. Zu viele Baustellen sowieso – Transformation, weltweite Konkurrenz, Unsicherheit überall. Übertreibt man jetzt mit komplizierten Parallelstrukturen, so Walkers Mahnung, könnten Unternehmen Baden-Württemberg verlassen. Die Abwanderung ins Ausland wäre zumindest kein Hirngespinst. Bemerkenswert: Hinter der nüchternen Minister-Phrase verbirgt sich die Sorge um den Wirtschaftsstandort. Und um all die Arbeitsplätze, die an günstigen, verlässlichen Strom gekoppelt sind.
Die Debatte um eine mögliche regionale Aufspaltung des deutsche Strommarktes zieht weitere Kreise: Während Schleswig-Holstein und Hamburg, gestützt von der Industrie- und Handelskammer, von einer Gebotszone gemeinsam mit der Windkraftregion Jütland profitieren wollen, bleibt der Südwesten äußert skeptisch. Ministerin Walker verweist auf die drohenden Belastungen – nicht nur für Verwaltung und Wirtschaft, sondern letztlich auch für die Versorgungssicherheit und Industrie-Arbeitsplätze. Tatsächlich zeigt der Blick auf aktuelle europäische Entwicklungen: Frankreich, Italien und andere Staaten sehen sich ebenfalls mit Verteilungskämpfen und regionalen Interessen konfrontiert, die Strompreise und Transformationsgeschwindigkeit beträchtlich beeinflussen können.