Wer einmal durch die Wälder im nördlichen New York spaziert ist, erkennt sofort diese stolzen Zuckerahorne. Sie sind nicht nur für das Farb-Spektakel im Herbst berühmt – ihr Zapfhahn sorgt im Frühjahr auch für wertvolles, süßes Nass. Tatsächlich hat sich aus den uralten Praktiken der indigenen Völker über die Jahrhunderte ein eher eigenwilliges Handwerk herausgebildet: Ein Spagat aus bewahrtem Wissen und technischer Moderne.
Schon bevor Kolonisten ihren Fuß auf den Kontinent setzten, gewann man hier das klare Baumwasser, indem ein Ast abgeschabt oder eingeritzt wurde. Zeitzeugen berichten davon, dass selbst berühmte Persönlichkeiten wie Benjamin Rush ein politisches Süppchen auf dem Ahornfeuer kochten – im wahrsten Sinne. Ahornzucker wurde im 18. Jahrhundert in den Absatzmärkten als ethische Alternative zu Sklavenarbeit gepriesen. Irgendwie schwingt bei jedem Happen Sirup bis heute ein winziges bisschen Ideengeschichte mit.
Der Weg vom Baum zum Sirup: Hat man Schnee und Schlamm durchquert und den passenden Tag erwischt (frostige Nächte, milde Tage – das ist der Trick!), wird der Stamm angebohrt. Früher klimperten Metalleimer im Wind, heute ziehen sich manchmal kilometerlange Plastikschläuche durch den Wald. Vakuumpumpen saugen aus jedem Zapfhahn deutlich mehr Saft, aber die Essenz bleibt: Nur ein oder zwei Prozent davon ist überhaupt Zucker. Man muss ganze 40 Liter ernten, um ein Glas Sirup auf den Frühstückstisch zu bringen. Wahnsinn eigentlich, oder? Im Kessel brodelt und dampft das Wasser, es bleibt goldene, zähe Süße zurück – Geschmack von Handarbeit und Wald.
Im März laden dann alljährlich die 'Maple Weekends' bei zeitgenössischen und traditionellen Sugarhouses ein. Große und kleine Neugierige dürfen beim Anzapfen zuschauen, Dampf einatmen und den frischen Sirup direkt aus dem Zapfhahn probieren – eine Erfahrung zwischen Kindheitserinnerung und Kulinarik, fast ein bisschen wie ein Schulwandertag, nur leckerer.
Sprague's Maple Farms und die Soukup Farms gehören zu wiederkehrenden Favoriten dieser Wochenenden. Wer tiefer graben will: Das International Maple Museum Centre in Croghan bietet eine Reise durch Jahrhunderte, von den Ritualen der Native Americans bis zu High-Tech-Systemen. Das Echo von Vergangenheit und Gegenwart hallt auch nach dem März durch den Empire State.
Abseits des süßen Themas ist New York aber ohnehin so viel mehr als Manhattan-Glitzer: Weite Landschaften, tosende Niagarafälle, exzellente Weine oder Outdoor-Abenteuer – und dazu ein kulinarisches Mosaik aus 20.000 Restaurants. Kurz gesagt: Wer einmal kommt, findet für jede Jahreszeit und Laune passendes Futter. (Noch Fragen? Kontakt: presse@wiechmann.de, www.iloveny.com)
Die Ahornsaison in New York ist ein vielschichtiges Ereignis, das weit über bloße Landwirtschaft hinausgeht. Die Tradition des Ahornsaft-Sammelns und Sirupkochens ist eng mit nordamerikanischer Identität und sogar politischen Bewegungen wie der Abkehr vom Sklavenhandel verwoben. Die Verbindung aus altem Wissen und modernen Methoden spiegelt sich nicht nur in der Herstellung wider, sondern auch in den jährlich gefeierten 'Maple Weekends', die Besuchern sowohl kulinarische als auch kulturelle Einblicke bieten.
Zusätzlich sorgen aktuelle Nachrichten für neue Erkenntnisse: Die Produktion von Ahornsirup boomt auch angesichts des zunehmenden Interesses an regionalen Produkten und nachhaltiger Landwirtschaft. In den letzten Tagen wurde berichtet, dass aufgrund milder Wintereinflüsse und Klimawandel die Saison für viele Farmer unvorhersehbarer wird – ein wachsendes Thema auf Veranstaltungen wie den Maple Weekends (Quelle: The Local). Politische Debatten um die Herkunft von Zucker sowie die Rolle kleiner landwirtschaftlicher Betriebe in den USA bleiben in Journalist:innenkreisen weiter aktuell (Quelle: NY Times). Außerdem entwickeln viele Betriebe innovative Formen der Direktvermarktung, etwa durch Online-Shops und „Pick-Your-Own“-Aktionen (Quelle: taz.de).