Es ist wieder diese Zeit im Jahr, in der viele mit einem schielen Blick zur Anzeigetafel an der Tankstelle fahren: Die Preise für Kraftstoffe haben sich zuletzt etwas nach unten bewegt. Laut aktuellen Angaben des ADAC gibt es im deutschen Durchschnitt einen Liter Super E10 derzeit für knapp 1,98 Euro, bei Diesel liegt der Wert bei rund 1,95 Euro. Klingt nach einem aufatmen? Von Euphorie keine Spur: Während E10 minimale 2,7 Cent günstiger wurde, ist der Diesel immerhin um 4,5 Cent billiger als noch vor einer Woche. Aber der ADAC meldet sich kritisch zu Wort – für den Autofahrer bleibt ein schaler Beigeschmack. Schließlich ist der Ölpreis allein in den letzten Tagen deutlich gefallen, doch den vollen Preisvorteil merkt an der Zapfsäule bislang niemand so richtig. Typisch, man denkt fast an das alte Spiel: Preiserhöhungen kommen rasant, Preisnachlässe schleichen gemächlich in Richtung Verbraucher. Vielleicht ist das ein Grund, warum der Groll an der Zapfsäule nie ganz verschwindet – gerade wenn man die Nachrichten verfolgt. Der Wechselkurs zwischen Euro und US-Dollar bleibt übrigens stabil, große Auswirkungen auf die Preise gibt es deshalb derzeit nicht. Kann sich natürlich schnell ändern, aber momentan ist das eher ein Nebenschauplatz.
Die Kraftstoffpreise sind in Deutschland laut ADAC leicht gesunken, wobei der Rückgang im Vergleich zur Entwicklung der Rohölpreise moderat ausfällt. Der Automobilclub kritisiert, dass Preissenkungen ungleich langsamer an die Kunden weitergegeben werden als Preiserhöhungen – ein Muster, das seit Jahren bekannt ist. Fachleute sehen derzeit die Wechselkursentwicklung als eher nebensächlich, da der Euro stabil geblieben ist, während die schwankenden Rohölpreise den Markt dominieren. Neuerdings beobachten Marktanalysten zudem, dass internationale Krisen (wie die Lage in Nahost) den Ölpreis nur zeitweise beeinflussen, während längerfristig die Nachfrageentwicklung entscheidend bleibt – mit entsprechend fragmentierten Reaktionen an den Zapfsäulen.