Die Filmklappe fällt noch bis zum 7. Juli – Regisseur Sebastian Marka trägt den Taktstock, das Drehbuch liefern Michael Proehl und Erol Yesilkaya auf Basis einer eigenen Idee Markas. Hinter dem Projekt steht Dog Haus Filmproduktion im Auftrag des Hessischen Rundfunks. Inhaltlich zieht es Murot diesmal tief in sein eigenes Kapitel: Nach dem plötzlichen Verschwinden eines befreundeten polnischen Priesters (Thorsten Merten), der einst so etwas wie ein Anker für ihn war, vermutet er ein Verbrechen. Die Spuren führen in das verschlafene Dörfchen Mooren – ein Ort, in dem Murot seine Jugend verbrachte und der nur scheinbar friedlich wirkt. Gemeinsam mit Magda Wächter (Barbara Philipp) greift er zur Tarnung und mischt sich inkognito unters Volk. Aber im engen Gefüge des Dorfs brodelt es gewaltig, und die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Unerwartet taucht Murots Jugendliebe Eva (Bibiana Beglau) auf, was nicht nur alte Gefühle ins Wanken bringt, sondern auch neue Verunsicherung stiftet. Während sich alles auf das Mittsommerfest zubewegt, geraten die Dorfstrukturen ins Wanken: Jeder kann plötzlich Täter oder Opfer sein – und das Idyll droht in Gewalt zu kippen. Besetzt sind weitere Rollen mit Martin Feifel, Jule Böwe und anderen. Im Produktionsteam arbeiten u.a. Rafael Starman (Kamera) und Anette Reuther (Szenenbild), Schnitt übernimmt Stefan Blau. Die Redaktion liegt bei Jörg Himstedt (hr). Die Ausstrahlung ist für die zweite Jahreshälfte 2027 geplant.
Der neue hr-Tatort "Murot und die Mittsommernacht" setzt erneut auf psychologischen Tiefgang und das Wechselspiel zwischen Dorfidylle und dunklen Geheimnissen, ein Motiv, das die Tatort-Reihe immer wieder mit frischen Akzenten auflädt. Besonders bemerkenswert ist, dass Ulrich Tukur für seine nuancierte Darstellung eines Ermittlers geschätzt wird, der nicht selten selbst an den eigenen Erinnerungen und Wahrnehmungen zweifelt – eine Art Reflexionsspiel, das die Zuschauer mal zur Ohnmacht, mal zum Mitfiebern bringt. Was auffallt: Mit der geplanten Ausstrahlung erst 2027 gehört dieser Tatort zu den Früh-Startern in Sachen Vorproduktion; Branchenkenner sehen darin beim hr auch den Versuch, produktionstechnisch aufwendigere Formate stärker zu fördern und den Publikumsgeschmack von morgen vorzuahnen. Ergänzend wurde in Medien jüngst berichtet, dass der Trend zu ländlich-psychologischen Settings, wie auch dieser Folge zugrunde liegt, generell in deutschen Krimis zunimmt und damit auf aktuelle gesellschaftliche Debatten um Heimat, Identität und Gemeinschaft reagiert.