Design im Fokus: Warum gutes Aussehen beim Einkauf zählt und Fakes dennoch boomen

Frischer Wind im Regal: Laut aktuellen Daten des Amts der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) spielt das Design eines Produkts beim Kauf eine entscheidende Rolle, besonders für jüngere Leute. Sie sind sogar bereit, für ansprechendes Aussehen mehr Geld auszugeben – und trotzdem floriert der Markt für Fälschungen.

heute 11:05 Uhr | 4 mal gelesen

Design? Das ist für viele nicht bloß eine Frage von Mode und Stil, sondern manchmal schlicht das schlagende Argument, wenn wir im Laden stehen (oder mal wieder online den 'In-den-Warenkorb'-Button klicken). Gerade jüngere Konsumentinnen und Konsumenten – die zwischen 18 und 24 – lassen sich laut EUIPO-Umfrage extrem stark von der Optik eines Produkts beeinflussen. Möbel, Klamotten, Accessoires: Überall, wo das Auge 'mitkauft', mischt sich das Design unter die klassischen Auswahlkriterien Preis und Qualität. Wobei – niemand würde leugnen, dass auch letztere weiter zählen, aber der Stellenwert des Designs steigt. Doch so, wie gutes Design Käufer begeistert, zieht es auch Fälscher magisch an. Ob Taschen, Uhren, Schmuck oder gleich das ganze Wohnzimmer – fast ein Drittel der Menschen, besonders die Jüngeren, gesteht, schon einmal wissentlich ein Plagiat gekauft zu haben. Die jährlichen Verluste? Enorm: Allein der Modebereich in Europa sackt dadurch Milliarden ein, und gerade kleine Unternehmen trifft’s besonders hart. Die Bedrohung geht dabei weit über Geld hinaus: Gefälschte Produkte können Sicherheits- und Gesundheitsrisiken bergen. Noch dazu haben sie nicht selten Verbindungen zu organisierten Netzwerken – mit allen negativen Folgen für Gesellschaft und Umwelt. Design ist aber mehr als eine Frage des guten Geschmacks. Ganze Branchen hängen von ihm ab, Millionen Jobs und Milliarden an Wirtschaftsleistung. Wer sich ein Design rechtlich schützen lässt, verschafft sich Vorteile im Wettbewerb und besseren Lohn für die Belegschaft – jedenfalls statistisch gesehen. Trotzdem nutzen viele kleinere Firmen gar nicht die Möglichkeit, ihre Kreationen europaweit zu schützen. Das ist, ehrlich gesagt, verschenktes Potenzial. Zum Glück ist die Anmeldung heute so einfach (okay, billig ist relativ – aber es beginnt bei 350 Euro) wie noch nie, und man kauft sich damit europaweit 25 Jahre Seelenfrieden, was Fakes angeht. Das EUIPO in Alicante jedenfalls legt Wert darauf, dass Design kein Luxusproblem ist, sondern ein echtes Asset – für Konsumentinnen ebenso wie für Unternehmen. Klar, auch das Amt selbst möchte ein bisschen an seinem modernen Image polieren (zu Recht übrigens, denn als innovativstes Amt gilt es laut Auszeichnung auch noch). Wenn Sie, liebe Leser oder Branchenprofis, plötzlich von ihnen angeschrieben werden, wissen Sie jetzt, welchen Nerv das Thema trifft. Überfliegen Sie vielleicht mal die Kontakthinweise unten – oder löschen Sie sie nach Lektüre dieses Textes, wie Sie möchten.

Design ist in Europa nicht nur ein ästhetischer Faktor, sondern beeinflusst Kaufentscheidungen maßgeblich – mehr als sieben von zehn Befragten legen Wert auf das Aussehen von Produkten, und besonders die Generation Z zeigt sich designaffin. Gleichzeitig nehmen Produktfälschungen zu: Im Zeitalter des Online-Handels und Social Media fallen nicht nur Verbraucher auf gefälschte Waren herein, sondern ganze Wirtschaftszweige verlieren Milliardenbeträge. Neuere Recherchen (u.a. auf Zeit Online, taz und Spiegel.de) zeigen: Die EU arbeitet mit Hochdruck an besseren Schutzmaßnahmen und setzt verstärkt auf Aufklärung der Konsumenten, da gefälschte Waren zunehmend auch im Zusammenhang mit organisierter Kriminalität und Umweltfolgen diskutiert werden. Zudem nimmt der bewusste (Nach-)Kauf von Fakes weiter zu – auch, weil Preisdruck und Trends schnelle und billige Lösungen begünstigen. Positive Beispiele zeigen jedoch, dass immer mehr Marken auf innovative Authentifizierungsverfahren – etwa Blockchain oder Chips im Produkt – setzen, um Originale klar erkennbar zu machen.

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