Telefonat Merz–Trump: Krisendiplomatie über den Iran auf dünnem Eis

Friedrich Merz (CDU) hat sich am Sonntagnachmittag per Telefon mit US-Präsident Donald Trump abgestimmt – es ging um die kritische Lage im Iran, die Ukraine und Israel.

heute 17:00 Uhr | 3 mal gelesen

Bundeskanzler Merz ließ wissen, dass im Gespräch die aktuellen Spannungen um den Iran, wie auch um Israel und die Ukraine, ausgelotet wurden. Interessanterweise blieb er dabei in seinen Aussagen eher vage – zu konkreten Inhalten oder etwaigen Vereinbarungen verlor er keine Silbe. Stattdessen hob Merz hervor, dass man „weiterhin eng“ in Kontakt bleiben wolle, gar von weiteren Gesprächen war zu hören, ohne dass jedoch Details spruchreif wurden. Wie Donald Trump im Einzelnen auf die deutschen – oder besser gesagt: europäischen – Ideen reagiert hat, ließ der Kanzler offen. Schon jüngst war das transatlantische Band merklich angespannt, insbesondere weil Trump gegenüber den NATO-Partnern in Sachen Hormusstraße den Ton verschärfte. Kurios: Nur wenige Stunden vor dem Telefonat hatte Trump dem Iran einen 48-Stunden-Zeitraum gesetzt, um die maritime Blockade der berühmten Wasserstraße zu lösen, sonst drohte er mit gezielten Angriffen auf iranische Energieanlagen. Ob das alles jetzt Richtung Deeskalation oder eher Risiko läuft? Persönlich würde ich ja sagen: Da brodelt’s gewaltig unter der Oberfläche.

Im Fokus des Telefonats von Bundeskanzler Merz und US-Präsident Trump standen die heikle Lage um den Iran – speziell die Drohungen hinsichtlich der Straße von Hormus – sowie die Krisen in Israel und der Ukraine. Vieles blieb im Ungefähren: Weder zum Umgang mit Trumps 48-Stunden-Ultimatum noch zum künftigen Kurs der deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit wurde Konkretes bekannt. Das Gespräch reiht sich ein in eine Phase erhöhter Nervosität zwischen den transatlantischen Partnern, da Trump den europäischen Bündnispartnern mangelndes Engagement in den Krisenregionen attestiert – und aus Europa, etwa von Merz, bis dato eher vorsichtige, zurückhaltende Worte kommen. Zusätzliche Recherche hat ergeben: Die aktuelle Sicherheitslage im Nahen Osten ist auch vier Tage nach Trumps Ultimatum angespannt – der iranische Außenminister sagte jüngst, dass ‚jede Aggression eine umfassende Antwort‘ der iranischen Streitkräfte provozieren werde. Währenddessen fordern EU-Staaten (darunter Deutschland) weiterhin diplomatische Lösungen, zeigen sich aber gespalten in ihrer Haltung gegenüber Washingtons Drohpolitik. In Medienberichten zeichnen sich Sorgen ab, dass ein bewaffneter Konflikt zwischen USA und Iran schwer kalkulierbare Eskalationsspiralen im Nahen Osten auslösen könnte.

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