Bettina Orlopp, die neue Chefin der Commerzbank, spart nicht mit Kritik an Unicredits Annäherungsversuchen: 'Wir wissen bis heute nicht wirklich, was Unicredit plant', so ihre Worte, und der Tonfall wirkt eher genervt als besorgt. Sie fordert von den Italienern endlich ein klares Konzept, bevor überhaupt Gespräche sinnvoll seien – Angebote ohne Substanz seien ihr schlicht zu vage, fast schon ärgerlich. Dabei geht es Orlopp nicht nur um das 'Wie', sondern ganz konkret auch um das 'Was': Zum Beispiel befürchtet sie, dass die von Unicredit geforderte Kosten-Ertragsquote von nur 35 Prozent in Wirklichkeit massiven Stellenabbau bedeuten würde. Zwei Drittel weniger Personal? Für sie ein Unding – und sie findet deutliche Worte: 'Das lässt sich nicht einfach vom Tisch wischen.' Ein weiteres Problem: Das aktuelle Angebot enthält keinen Aufschlag für die Aktionäre, also keinen echten finanziellen Anreiz. Trotz der Übernahmespekulationen zeigt sich Orlopp überzeugt vom eigenen Kurs: Die Bank sei wirtschaftlich stabiler denn je, ihre Aktionäre zufrieden, und neue Finanzziele sollen in Kürze sogar die bisherigen Prognosen übertreffen. Gleichzeitig, da macht sie auch keinen Hehl draus, will die Bank Angebote aufmerksam prüfen – aber nicht zu jedem Preis. Besonders pikant: Hätten die Aktionäre einer Übernahme im Herbst 2024 zugestimmt, hätten sie, laut Orlopp, über 15 Milliarden Euro Wert verschenkt. Während Unicredit ihren Anteil an der Commerzbank auf fast ein Drittel erhöht hat, bleibt der Widerstand des Vorstands groß. Jetzt schickte Unicredit-Chef Orcel ein offizielles Angebot und erhöht so den Druck auf die Deutschen – aber von Einigung keine Spur.
Die Führung der Commerzbank sieht sich weiterhin als eigenständiges Institut und lehnt das Übernahmeangebot von Unicredit ab, da es ihrer Ansicht nach weder für die Aktionäre noch für die Angestellten genügend Vorteile bietet. Bettina Orlopp betont, dass die Bank in den letzten 18 Monaten gestärkt aus eigener Kraft herausgewachsen ist und argumentiert, Unicredit bringe kein klares Übernahmekonzept auf den Tisch und plane dramatische Kostenkürzungen – vermutlich auf Kosten tausender Arbeitsplätze. Gerade die Debatte um Synergien und Effizienzgewinne, die häufig vor allem auf schnelle Entlassungen hinauslaufen, stößt in der Belegschaft auf Widerstand. Aktuelle Recherche zeigt, dass in der Branche die Angst vor feindlichen Übernahmen wächst, zumal steigende Gewinne und solide Bilanzen gerade deutsche Banken für ausländische Investoren attraktiv machen. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) äußert sich bislang nicht öffentlich zu dem Vorgang, verfolgt das Geschehen aber aufmerksam – auch weil eine Fusion zu einem europäischen 'Bankenschwergewicht' führen könnte, was politisch brisant ist. Laut neuesten Medienberichten aus der Frankfurter Finanzszene gibt es zudem Überlegungen innerhalb der Commerzbank, das Geschäft eigenständig noch weiter auszubauen, um sich als ernsthafte Konkurrenz zu den ganz Großen zu positionieren. Interessanterweise mehren sich Stimmen, die darin sogar Chancen für neue Partnerschaften abseits reiner Übernahmen sehen.