Torffreies Gärtnern: Worauf man beim Kauf und Gebrauch achten sollte

Zum Schutz bedrohter Moorlandschaften schwenken immer mehr Hobbygärtner auf torffreie Pflanzsubstrate um. Doch was genau verbirgt sich im Sack? Neben Pflege und Standort macht vor allem die Auswahl der richtigen, gekennzeichneten Erde den entscheidenden Unterschied – wie man beim Griff ins Regal ganz praktisch Torf-freundliche Entscheidungen trifft und worauf Experten hinweisen, zeigt die FNR.

heute 09:59 Uhr | 4 mal gelesen

Es ist wie so oft im Leben: Die kleinen Buchstaben und Symbole auf Verpackungen sagen oft mehr als das erste Gefühl. Wer wirklich etwas für Klima und Moore tun möchte, schaut beim Substratkauf genauer hin – „torffrei“ oder „ohne Torf“ ist dabei die Zielmarke. Interessant: Selbst Bio-Erde kann noch Torf enthalten, was viele überrascht – und das Wort „torfreduziert“ klingt zwar grüner, ist es aber nicht, wenn immer noch bis zu 70 % Torf drinstecken. Manchmal kommt die Wahrheit eben erst im Kleingedruckten. Gütesiegel bieten Zusatzorientierung – wenn man weiß, was dahinter steckt: RAL steht für regelmäßige Qualitätskontrolle, HORTICERT prüft die Nachhaltigkeit der verwendeten Torfersatzstoffe und der Blaue Engel auf der Packung bescheinigt besonders umweltverträgliche, torffreie Produkte. Wem das jetzt schon zu technisch klingt: Im Zweifel nachfragen oder im Internet stöbern hilft, bevor man was Falsches nach Hause schleppt. Welche Erde? Welche Nahrung dazu? Das hängt wirklich von den Pflanzen ab, die einziehen dürfen. Gemüse und Beeren wollen kaliumreiche Nahrung, Blühpflanzen lüsten nach Phosphor. Rhododendron und Hortensie hätten es außerdem gern etwas saurer und kalkärmer – alles keine Hexerei, aber auch nicht ganz trivial. Jungpflanzen mögen’s anfangs mager, erst später mehr Futter. Nicht alles klappt sofort – Pflanzen sehen oft schon am Blatt, was fehlt: Gelbliches Laub weist meist auf Stickstoffknappheit hin; braune Flecken markieren manchmal Phosphormangel. Auch Blätter, die von den Spitzen her eintrocknen und abfallen, können auf Kaliummangel hindeuten. Also: Nachbessern mit dem passenden Dünger – und bei Unsicherheit lieber einmal mehr auf die Verpackungsrückseite schauen oder vor Ort im Gartenmarkt nachfragen – noch geht nichts über einen guten Rat von Angesicht zu Angesicht. Gießen bringt die nächste Spezialdisziplin: Torffreie Erde hält Wasser nicht ganz so ausdauernd wie torfhaltige. Das bedeutet öfter und weniger auf einmal zu gießen, besonders an Hitzetagen. Wer seltener gießt, riskiert trockene Ballen. Praktisch: Blähton oder auch Bimsstein können für mehr Speicher und bessere Drainage sorgen, ebenso wie ausgeklügelte Wasserspeichertöpfe – oder gleich ein kleines Tropfbewässerungssystem. Wenig sexy, aber wichtig: Lagerung! Torffreie Erde sollte nicht monatelang vor sich hin vegetieren (und nie im prallen Licht stehen), sondern möglichst frisch verwendet werden. Die unterschiedlichen Farben und Strukturen sind normal; entscheidend ist, dass der Sack gut zu ist. Nährstoffverluste nach längerer Lagerung sind kein Drama, erfordern aber etwas Nachdüngen. Für Neulinge oder Recherchefreudige gibt die FNR unter www.torffrei.info sowohl eine Datenbank zu torffreien Produkten als auch vertiefendes Infomaterial – und auch Hintergrundinfos zum politischen Fahrplan der Torfreduktion. Ganz praktisch: In den meisten Gärtnereien gibt es geschultes Personal, und manchmal macht auch nur der Austausch unter Gleichgesinnten den Unterschied.

Torffreies Gärtnern ist nicht nur ein Umwelttrend, sondern eine bewusste Entscheidung für Klima- und Moorbodenschutz. Genaues Hinschauen beim Kauf – besonders auf die klare Kennzeichnung und Gütesiegel – ist dabei entscheidend, denn viele vermeintlich „grüne“ Produkte enthalten weiterhin viel Torf. Aktuell gibt das BMEL (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) mit der Torfminderungsstrategie Vollgas: Laut neuen Meldungen sind Förderprogramme angelaufen, um Innovationen bei torffreien Erden und entsprechende Alternativen zu beschleunigen; Gartenprodukte werden inzwischen strenger geprüft, und es gibt vermehrt Pilotprojekte mit Einzelhändlern, etwa in großen Baumarktketten, die explizit nur noch torffreie Erden listen – ein Trend, den sowohl Medien wie FAZ als auch Praktiker bestätigen. Weiterhin wächst das Angebot an Online-Informationen zur sachgerechten Anwendung: Selbst die großen Verbrauchermagazine und Gartenzeitschriften widmen sich zunehmend den Tücken und Erfolgsfaktoren torffreier Substrate. Eine interessante Beobachtung: Leitartikel der letzten zwei Tage schildern die wachsende Frustration von Hobbygärtnern über widersprüchliche Siegel und unklare Begriffe – aber auch den vorsichtigen Optimismus der Branche, dass mit guter Beratung und wachsender Nachfrage bald Klarheit einkehrt.

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