Trump mischt sich in Ungarns Wahlkampf ein: Lobeshymne auf Orbán

Wenige Tage vor der Parlamentswahl in Ungarn hat Donald Trump unüberhörbar Partei ergriffen – wieder einmal zugunsten von Viktor Orbán.

25.03.26 01:09 Uhr | 55 mal gelesen

Zunächst dürften die meisten Ungarn gar nicht davon Wind bekommen haben. Es war mitten in der Nacht nach mitteleuropäischer Zeit, als Trump sich per Truth Social zu Wort meldete – typisch für seinen oft schwer kalkulierbaren Kommunikationsstil. Darin überschüttete er Orbán geradezu mit Komplimenten: eine starke Führungspersönlichkeit, beeindruckende Erfolge, immense Liebe für sein Land. Laut Trump habe die Zusammenarbeit zwischen Ungarn und den USA durch Orbán eine ganz neue Qualität erreicht, gekrönt von – Zitat – 'spektakulären Erfolgen'. Trumps Worte klangen so, als hätte er dafür eine eigene orchestrale Untermalung verfasst: Die Ungarn sollten zur Wahl gehen und Orbán unterstützen, er sei ein echter Freund und Gewinner. Unterstützt hatte Trump ihn bereits bei der letzten Wahl; diesmal spricht er sogar von Ehre, Orbán erneut zu empfehlen. Das Ganze kommt, während Umfragen zeigen, dass Orbáns Vorsprung gegenüber Herausforderer Péter Magyar und dessen pro-europäischer 'Respekt- und Freiheitspartei' Tisza schwindet. Ironischerweise hat Tisza in Windeseile die politische Landschaft aufgemischt – für viele in Ungarn eine echte Überraschung.

Trumps Unterstützung für Orbán ist aus mehreren Gründen bemerkenswert – nicht zuletzt, weil Orbáns Politik in Europa oft kritisch gesehen wird, während Trump sie als beispielhaft darstellt. Die Wahl am 12. April steht damit unter einem zusätzlichen internationalen Scheinwerferlicht, insbesondere da die Konkurrenz mit Péter Magyar einen neuen Zug ins Rennen gebracht hat: Tisza, eine zuvor kaum präsente Partei, führt inzwischen einige Umfragen an. Auch in europäischen Medien ist die Gewichtung klar: Orbáns umstrittene Haltung zur Europäischen Union und sein autoritärer Regierungsstil spalten weiterhin das Land – und eben auch das Publikum im Ausland. Neue Recherche ergibt, dass aktuell zahlreiche internationale Beobachter nach Ungarn blicken: Orbáns Dauerregentschaft und der plötzliche Aufstieg der Oppositionspartei sind beherrschende Themen. Die Kritik an Orbáns Medienpolitik und dessen Umgang mit der EU ist weiter lebhaft, vor allem da in den letzten Tagen Wahlkampfveranstaltungen mit Massenbeteiligung schlagzeilenträchtig waren. Trump bleibt dabei der vielleicht prominenteste, aber nicht einzige ausländische Unterstützer Orbáns – was die Debatte zusätzlich in Bewegung hält.

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