Ungehörte Stimmen aus dem Iran: ARTE Reportage wagt den Blick hinter die Barrikaden

Exklusive Reportagen – 31. Januar, 17:25 Uhr: ARTE bietet seltene Einblicke direkt aus der brodelnden Konfliktzone.

heute 15:36 Uhr | 4 mal gelesen

Es klingt fast wie ein Spionagethriller: Im windschatten des internationalen Schweigens gelingt es ARTE-Teams und mutigen Aktivist*innen vor Ort, die Mauern der Informationsblockade im Iran zu durchbrechen. Während die Welt gebannt auf die wenigen Nachrichtenfetzen blickt, riskieren diese Menschen alles – gejagt von einem System, das jede Stimme zum Verstummen bringen will. In der aufgeheizten Atmosphäre, während Protestierende nicht nur gegen die Regierung, sondern auch gegen das Verschwinden ihrer Geschichten kämpfen, kommt moderne Technik ins Spiel: Über Starlink-Satelliten schleusen sie ihre Bildzeugnisse aus dem abgeschotteten Land. Nicht ungefährlich, denn jeder Klick, jedes Signal ist potenziell eine Zielscheibe. Man spricht von über 16.500 Toten und 330.000 Verletzten – Zahlen, die so unvorstellbar wie unsicher sind, weil im Dunkel der Zensur Fakten verschwimmen. Der Blackout ist total: Internet weg, Medien draußen, Grenzen zu. Was bleibt, sind Bruchstücke, die ARTE in zwei eindrucksvollen Reportagen zusammenfügt. Der Journalist Kajin Azadi etwa zieht zehn Tage lang durch das aufgewühlte Land, befragt Menschen, die irgendetwas zwischen Hoffnung und Verzweiflung ausstrahlen. In einer zweiten Reportage trotzen anonyme Iraner*innen Feuer und Nacht, um via Smartphones – mal offen, mal verstohlen – ihr „Nicht-mehr-Schweigen“ zu dokumentieren. Es geht um mehr als nur Nachrichten. Es sind die kleinen surrenden Geräusche, das Zittern in der Stimme einer Mutter, das die Verbundenheit zwischen westlichen Zuschauern und denen, die im Iran gerade ihr Schicksal riskieren, herstellt.

ARTE Reportage widmet sich mit einer Sondersendung den aktuellen Protesten und der flächendeckenden Repression im Iran. Mithilfe illegaler Technik gelingt es den Reporter*innen und einheimischen Aktivist*innen, trotz brutaler Überwachung und einem landesweiten Internet-Blackout Bildmaterial herauszuschmuggeln. Während genaue Opferzahlen kaum überprüfbar sind, machen Beobachtungen internationaler Organisationen deutlich: Die Gewalt gegen Protestierende übersteigt viele der bislang bekannten Eskalationen – und dennoch ebbt die Widerstandsbewegung nicht ab. Ergänzend berichtet etwa die Süddeutsche Zeitung heute, dass neue Demonstrationen trotz massiver Polizeipräsenz in Teheran aufgeflammt sind, auch ausgelöst durch steigende Lebenshaltungskosten und anhaltende Unzufriedenheit mit dem Regime (Quelle: Süddeutsche Zeitung). Die FAZ hat kürzlich veröffentlicht, dass Menschenrechtsorganisationen von zunehmenden Fällen willkürlicher Festnahmen berichten und die Kontrolle über soziale Medien weiter verschärft werde (Quelle: FAZ). Außerdem geht aus einem aktuellen DW-Artikel hervor, dass Exil-Iraner*innen in Europa verstärkt eigene Medieninitiativen aufbauen, um auf die Lage ihrer Landsleute aufmerksam zu machen (Quelle: DW).

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