Unicef: Waffenruhe in Gaza – Kinderleben bleiben auf der Strecke

Obwohl seit Oktober 2025 ein Waffenstillstand für Gaza gilt, sterben dort laut Unicef nahezu täglich Kinder – insgesamt mindestens 265 in wenigen Wochen, meldete die Organisation am Freitag aus Genf.

heute 13:56 Uhr | 2 mal gelesen

Der Begriff Waffenruhe klingt so friedlich, fast wie ein Versprechen. Doch in Gaza ist jedes Versprechen zerbrechlicher, als man zu hoffen wagt. Kinder sterben nicht irgendwo „an der Front“ – das Grauen trifft sie oft, während sie Hausaufgaben machen, in Klassenzimmern oder ganz einfach beim Fangen spielen. Die Zahlen, die Unicef vorlegt, klingen wie ein verzweifelter Weckruf: Rund ein Kind pro Tag stirbt, obwohl der Krieg angeblich pausiert. Bomben, Drohnen und Kugeln machen keinen Bogen um Kinderbetten oder Spielplätze. Noch schwerer als die tödliche Gewalt wiegt vielleicht, dass Verletzte oft nur notdürftig versorgt werden können. Medikamente sind rar, Ärzte arbeiten am Limit – sofern überhaupt Hilfe da ist. Es wirkt fast wie ein zynischer Normalzustand. Unicef spricht das Unaussprechliche aus: Nicht Alternativlosigkeit, sondern fehlender politischer Wille hält den Kreislauf aufrecht. Was, frage ich mich, kann in den Köpfen der Mächtigen sein, wenn ihr Zögern Tag für Tag Kinder das Leben kostet?

Seit dem Inkrafttreten des Waffenstillstands im Oktober 2025 wurden nach neuen Angaben von Unicef weiterhin regelmäßig palästinensische Kinder im Gazastreifen getötet – durchschnittlich ein Todesfall täglich. Darüber hinaus wurden mehr als 400 Kinder verletzt, viele davon schwer, und die Versorgungslage in den Krankenhäusern ist wegen Lieferengpässen bei Medikamenten dramatisch schlecht. Unicef fordert – mit spürbarer Frustration über die Untätigkeit der internationalen Politik – ein Ende der fortgesetzten, teils systematischen Gewalt gegen Kinder und appelliert an Regierungen, den Schutz unschuldiger Zivilisten endlich zur Priorität zu machen. Aktuelle Berichte internationaler Medien unterstreichen zudem, dass trotz vereinbarter Waffenpausen sowohl Hilfslieferungen als auch medizinische Unterstützung für Kinder massiv erschwert bleiben – oft durch weiterhin anhaltende Gewalt oder Blockaden. Humanitäre Organisationen warnen außerdem, dass nicht nur die akute Gewalt, sondern auch Mangel an sauberem Wasser, Ernährung und psychosozialer Unterstützung eine ganze Generation traumatisiert zurücklässt.

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