Union mahnt Gewerkschaften zu mehr Zurückhaltung bei ÖPNV-Streiks

Mit Blick auf die drohenden Streiks im öffentlichen Nahverkehr mahnt die Union die Gewerkschaften zu mehr Augenmaß. Die ständigen Ausstände würden nicht nur die Geduld der Bevölkerung auf die Probe stellen, sondern zunehmend auch die Wirtschaft in Bedrängnis bringen.

heute 13:05 Uhr | 4 mal gelesen

Es sind vor allem die Pendlerinnen, Schüler und Menschen ohne eigenes Auto, die nun wieder einmal zwischen den Fronten geraten. Der CDU-Verkehrspolitiker Christoph Ploß meldet sich in der 'Rheinischen Post' zu Wort: Nicht nur würden die wiederholten Streiks die Nerven der Bürger strapazieren, sie drohten allmählich auch zu einem gewichtigen Problem für Unternehmen und Arbeitsalltag zu werden. Ploß fordert, dass die Gewerkschaften umsichtiger agieren sollen und fordert sie auf, sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusster zu werden. Schon am Freitag und Samstag steht vielerorts der Bus- und Bahnverkehr still – Verdi will mit dem Warnstreik in der laufenden Tarifrunde Druck machen. Ob das Verhältnis zwischen Streikrecht und Gemeinwohl derzeit ausgewogen ist? Die Antwort hängt wohl davon ab, wen man fragt.

Die Vorbereitung auf den angekündigten Warnstreik im Nahverkehr sorgt für hitzige Debatten um Arbeitskampf und gesellschaftliche Verantwortung. Während die CDU mit Christoph Ploß vor wirtschaftlichen Schäden warnt und Nachsicht von den Gewerkschaften verlangt, verteidigt Verdi das Mittel des Streiks als legitimes Druckmittel in den laufenden Tarifverhandlungen. Die aktuelle Diskussion entzündet sich vor allem an den Interessenlagen von Arbeitnehmern, Fahrgästen und Arbeitgebern – jede Seite pocht auf ihre Sicht. Seitens der Verkehrsbetriebe sind die finanziellen Spielräume weiterhin eng, während die Inflation und steigende Lebenshaltungskosten bei Bus- und Bahnfahrern für Unmut sorgen. Die öffentliche Debatte, die in den letzten Stunden erneut hochgekocht ist, bleibt weiterhin emotional aufgeladen und polarisiert nach wie vor entlang politischer und gesellschaftlicher Bruchlinien.

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