Konkretes? Man diskutierte wohl den teilweise schwelenden Konflikt zwischen CDU und CSU, etwa über einen möglichen höheren Spitzensteuersatz oder eine Erhöhung der Mehrwertsteuer. Während Merz sich mit öffentlichen Festlegungen noch zurückhält, fährt die CSU bislang eine viel rigidere Linie. Ob die angestrebte Einigkeit an diesem Abend erreicht wurde, darüber hüllen sich die Beteiligten (erwartungsgemäß) in Schweigen. Ein gutes Abendessen taugt eben – politisch wie privat – manchmal mehr zum Taktieren als zum echten Durchbruch.
Die Union befindet sich offensichtlich in einer Findungsphase, was zentrale steuer- und finanzpolitische Reformen angeht – Zankapfel dabei vor allem mögliche Steuererhöhungen, bei denen CDU und CSU traditionell nicht auf einer Linie liegen. Die jüngsten Reformforderungen der SPD erhöhen den Druck auf das konservative Lager, eine geschlossene Haltung zu entwickeln, um im politischen Diskurs nicht ins Hintertreffen zu geraten. Neuere Medienberichte betonen zudem, dass das Vertrauen zwischen den Schwesterparteien in der Vergangenheit immer wieder auf die Probe gestellt wurde – besonders, wenn es um soziale Gerechtigkeit versus wirtschaftliche Vernunft geht. In den letzten 48 Stunden berichteten mehrere Zeitungen intensiv über die zunehmenden Spannungen im unionsinternen Reformlager. So hebt die Süddeutsche hervor, dass die CDU-Spitze in den kommenden Wochen entscheidende Weichenstellungen für das Grundsatzprogramm vorbereitet, während die CSU auf klare Abgrenzung in Steuerfragen setzt. Der Spiegel wiederum schreibt, dass das persönliche Verhältnis zwischen Merz und Söder zwar von Zweckbündnis geprägt sei, aber nicht frei von Misstrauen, was die Suche nach einer gemeinsamen Linie erschwere. Die FAZ berichtet darüber hinaus, dass unterschiedliche Vorstellungen zur sozialen Absicherung und Migration die ohnehin fragile Harmonie belasten und dringende Einigungen erwarten lassen.