Im Grunde überrascht es kaum: Laut IKW-Umfrage greifen viele Menschen in Deutschland im Herbst und Winter gar nicht erst zum Sonnenschutzmittel. Über 50 Prozent sparen sich Lotion und Spray in der kalten Jahreszeit komplett. Fast jeder Zweite hält Sonnenschutz dann für weit weniger relevant als in der warmen Saison – weil Sonne für viele mit Urlaub, Sand oder Freibad verbunden ist. Schon mal an UV-Strahlung auf verschneiten Wegen gedacht? Offenbar nicht oft genug. Interessanterweise geben immerhin fast 59 Prozent an, inzwischen bewusster auf Sonnenschutz zu achten als früher. Aber: Im Alltag setzt nur die Minderheit dieses Wissen konsequent um. Gerade mal 18 Prozent der Befragten sagen, dass Sonnenschutz ein fester Bestandteil ihres winterlichen Pflegealltags ist. Selbst Frauen – die sich laut Umfrage etwas gewissenhafter zeigen – kommen im Winter selten über 28 Prozent hinaus. Bei jungen Männern ist die Quote noch niedriger – was daran liegt, dass Sonne im Winter für viele eher ein 'Ach, das brennt ja gar nicht'-Gefühl mit sich bringt. Sonnenschutzmittel werden vor allem dann gezückt, wenn jemand gezielt länger draußen unterwegs ist – beispielsweise beim Skifahren oder Spazierengehen im Schnee. Aufwachen sollten vielleicht vor allem die Jungen: Rund ein Drittel der Unter-29-Jährigen hat sich schon mal im Winter die Haut verbrannt, weil sie die Kraft der Sonne falsch eingeschätzt haben. Bei der älteren Generation passiert das kaum. Damit bleibt zu fragen: Muss Aufklärung nicht genau dort ansetzen, wo der Leichtsinn sitzt? Birgit Huber vom IKW sagt dazu klipp und klar: 'UV-Strahlen kümmern sich nicht ums Jahreszeitenkarussell.' Ob beim Skilaufen oder Tolldrehen im nassen Laub – die Haut sollte ordentlich geschützt werden. Weitere Infos gibt’s übrigens beim IKW direkt online. Fazit? Die Lücke zwischen Wissen und Tun ist im Winter noch erschreckend groß.
Die repräsentative IKW-Umfrage bringt ans Licht, dass Sonnenschutz im Winter in deutschen Haushalten oftmals schlichtweg ignoriert wird – nicht zuletzt, weil viele die UV-Belastung in der dunklen Jahreszeit unterschätzen oder sie mit sommerlichen Aktivitäten verbinden. Dabei zeigen aktuelle Forschungsergebnisse und Berichte internationaler Dermatologen, dass der winterliche UV-Index bei reflektierendem Schnee, in den Bergen oder sogar an bewölkten Tagen auf der Straße gefährlich in die Höhe schnellen kann; Hautärzte mahnen daher dringend zu mehr Routine bei der Anwendung von Lichtschutzfaktoren – unabhängig von Temperatur oder Sonnenhöhe. Medien berichten in den letzten Tagen verstärkt darüber, dass insbesondere bei Outdoor-Sportarten im Winter (Skifahren, Snowboarden, Wandern) das Hautkrebsrisiko steigt, weil viele Sportler sich für immun gegen Sonnenbrand im Schnee halten. Zudem zeigen neue Analysen, dass die langfristige Hautalterung im Gesicht oftmals nicht im Sommer, sondern im Winter ihren Ursprung nimmt, vor allem dann, wenn der Alltagspflege ein Lichtschutz fehlt.