US-Anleger entdecken deutsche Aktien: Deutlich mehr Handelsaktivität

Die Nachfrage nach deutschen Wertpapieren nimmt in den USA rapide zu – die Plattform OTC Markets meldet einen sprunghaften Anstieg.

heute 06:15 Uhr | 3 mal gelesen

Jason Paltrowitz, Vizepräsident von OTC Markets, bringt es auf den Punkt: 'Im Verlauf von 2024 ist das durchschnittliche Handelsvolumen deutscher Aktien auf unserer Plattform um satte 81 Prozent nach oben geschnellt', erklärt er gegenüber dem Handelsblatt. Das Interesse der US-Investoren sei vor allem durch vergleichsweise günstige Bewertungen in Deutschland und Europa geweckt worden. Dazu kommt ein weiterer Punkt: Seit Anfang 2025 – ein wenig kurios, denn das Jahr hat gerade angefangen oder steht noch bevor – bemerken die Verantwortlichen eine wachsende Neigung der Amerikaner, ihr Investitionsrisiko breiter zu streuen. Die politische Lage in den USA und Sorgen über eine potenzielle Blase im KI-Markt treiben sie dazu, nach Alternativen Ausschau zu halten – weg von Hypes, hin zu soliden Branchen wie klassische Industrie oder Konsumgüter. OTC Markets bietet deutschen Firmen eine Art 'Light-Listing' an, mit dem sie ohne allzu hohen Bürokratie-Kram in den USA investieren lassen können, ohne gleich an den richtig großen Börsen wie Nasdaq oder NYSE gelistet zu sein. Namen, die US-Anlegern geläufig sein dürften: Adidas, BASF, Bayer, DHL, Deutsche Telekom, Infineon. Sie tummeln sich schon auf der Plattform. Ich frag mich ehrlich gesagt, warum dieser Trend nicht schon früher massiv eingesetzt hat. Vielleicht mussten die Tech-Freaks erst einen Dämpfer bekommen?

Deutsche Aktien stehen dank ihrer vergleichsweise niedrigen Bewertungen und der unsicheren Lage an den US-Märkten zunehmend im Fokus amerikanischer Investoren. Besonders Firmen aus klassischen Sektoren wie Industrie und Konsumgüter gewinnen an Attraktivität – vermutlich auch, weil viele Anleger angesichts politischer Unruhe und möglicher Korrekturen bei Technologiewerten ihr Portfolio breiter aufstellen wollen. Neuere Stimmen aus deutschen und internationalen Medien (vgl. SZ, SPON, taz) betonen zudem, dass etwa geopolitische Konflikte, Zinsdebatten und die robuste Geschäftsentwicklung vieler Dax-Unternehmen die Nachfrage weiter anfeuern. Zugleich berichten verschiedene Quellen, dass ein 'Light-Listing' auf OTC Markets deutschen Unternehmen günstigere Marktzugänge bietet – was gerade kleineren Konzernen ermöglicht, ohne große Hürden an frisches Kapital zu kommen. Als kritische Randnotiz: Einige Akteure befürchten jedoch einen kurzfristigen Hype, der zu Korrekturen führen könnte, falls die KI-Euphorie weiter abflaut.

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