US-Bodentruppenoption in Venezuela bleibt offen

Die US-Regierung legt nach dem Sturz von Präsident Maduro ihre Pläne für Venezuelas Zukunft dar. Außenminister Marco Rubio betont, dass ein demokratischer Wandel angestrebt wird – auch ein Truppeneinsatz steht weiterhin im Raum.

04.01.26 18:49 Uhr | 29 mal gelesen

„Die ganze Sicherheitsmaschinerie der USA ist bei unseren Plänen im Spiel“, erklärte Marco Rubio an einem durchwachsenen Sonntag gegenüber den amerikanischen Medien. Die Hoffnung, nach Maduros Ablösung sofort freie Wahlen zu erleben, sei laut Rubio nicht nur optimistisch – sondern schlicht blauäugig: Das politische System rund um die Chavisten habe sich zu tief in die Strukturen gebohrt, über anderthalb Jahrzehnte hinweg. Überraschend klar gab Rubio zu, dass Donald Trump jedenfalls nicht öffentlich ausschließen werde, notfalls Soldaten in Venezuela zu stationieren. Die Symbolik: Wer den Finger am Abzug hat, kann mehr Druck aufbauen. Gleichzeitig verwarf Rubio entschieden die Anschuldigungen, Ziel der Festnahme Maduros sei es, amerikanischen Ölkonzernen den Zugriff auf Venezuelas Rohstoffe zu erleichtern. Einen Haken konnte er sich jedoch nicht verkneifen: Die Ölbranche des Landes läge in Trümmern und sei dringend auf privates Kapital angewiesen. Auf die neue Interimspräsidentin Delcy Rodriguez angesprochen, ließ Rubio offen, wie die USA mit ihr umgehen – das hänge davon ab, wie sie sich nun im politischen Tauziehen positioniere. Aus Caracas kam währenddessen Verstimmung: Venezuelas General Vladimir Padrino Lopez schickte eine Grußnote Richtung Washington, erklärte die Loyalität der Streitkräfte zu Rodriguez und forderte die sofortige Heimkehr von Maduro. Die Verhaftung wertete er als massiven Eingriff in Venezuelas Eigenständigkeit. Man merkt, das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen – in welche Richtung sich die Sache dreht, bleibt abzuwarten.

Die USA halten sich offensichtlich alle Optionen bei ihrem Vorgehen in Venezuela offen – einschließlich eines Militäreinsatzes auf venezolanischem Boden. Während Rubio medienwirksam das Risiko einer zu schnellen Demokratisierung betont, werfen Kritiker Washington weiterhin geopolitische und ökonomische Interessen – etwa am Öl – vor. Neuere Berichte verschiedener englisch- und deutschsprachiger Leitmedien ergänzen: In den letzten Monaten hat die Lage in Venezuela weiter an Dramatik gewonnen. Die humanitäre Situation verschlechtert sich zusehends, während internationale Hilfen weiterhin stark blockiert sind und hunderttausende Venezolaner das Land verlassen haben. Gleichzeitig hat die US-Regierung Sanktionen gegen Maduro und dessen Umfeld weiter verschärft, was die politische und wirtschaftliche Instabilität in Venezuela noch weiter anheizt. Experten warnen, dass eine militärische Intervention eine humanitäre Katastrophe auslösen könnte, dennoch befeuern Berichte aus Washington und Caracas immer wieder Spekulationen über mögliche Truppeneinsätze oder verdeckte Aktionen. Auch die Unterstützung Russlands und Chinas für das Maduro-Regime sorgt geopolitisch für Brisanz.

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