Unruhen im Iran: Mehrere Tote und Hunderte Festnahmen gemeldet

Im Iran brodelt es: Mindestens 17 Todesopfer und mehr als 500 Festnahmen werden im Zuge der anhaltenden Protestwelle von Menschenrechtsorganisationen gezählt. HRANA berichtet von hunderten Festnahmen, während aus kurdischen Regionen besonders schwerwiegende Opferzahlen gemeldet werden.

04.01.26 21:33 Uhr | 38 mal gelesen

Seit über einer Woche herrscht im Iran angespannte Stimmung – Proteste, die anfangs ihren Ursprung in der kritischen Wirtschaftslage und der galoppierenden Inflation hatten, sind vielerorts in offene Konfrontationen umgeschlagen. In Städten wie Teheran, aber auch abseits der Hauptstadt, berichten Beobachter von massiven Zusammenstößen zwischen wütenden Bürgern und bewaffneten Sicherheitskräften. Auf den Straßen wurden Slogans skandiert, etwa „Tod dem Diktator“, und der Ton scheint sich verhärtet zu haben. Interessanterweise verweisen einige Demonstrierende auch auf internationale Ereignisse, wie die Entwicklung in Venezuela angesichts der Festnahme von Nicolás Maduro durch US-Truppen, und sehen darin eine warnende Parallele für die eigene Regierung – ob das so einschlägig ist, darüber lässt sich natürlich streiten. Während US-Präsident Trump dem Iran unverhohlen mit Konsequenzen drohte, sollte die Regierung gegen friedliche Proteste vorgehen, gibt sich Irans religiöses Oberhaupt Chamenei weiterhin widerständig – und sieht das Land von Feinden umringt. Trotz gewisser Verständnisbekundungen für die wirtschaftliche Misere deutet die Führung an, gegen Randalierer keine Nachsicht walten zu lassen. Zwischen den Zeilen spürt man eine Mischung aus Trotz und Nervosität – die Lage bleibt ausgesprochen fragil.

Die anhaltenden Proteste im Iran sind sowohl ein Zeichen für die tiefe wirtschaftliche Unsicherheit der Bevölkerung als auch für den politischen Frust, der sich gegen die autoritären Strukturen des Landes richtet. Laut aktuellen Berichten von Menschenrechtsorganisationen sind mindestens 17 Menschen bei Zusammenstößen ums Leben gekommen und hunderte wurden festgenommen – die genaue Zahl schwankt, Schätzungen sprechen sogar von bis zu 600 Festnahmen. Besonders auffällig: Die Proteste mischen altbekannte wirtschaftliche Motive mit neuen politischen Forderungen – und die internationale Dimension, mit Blick auf aktuelle Entwicklungen in Venezuela und die Reaktion der USA, rückt nach Jahren relativer Isolation plötzlich wieder verstärkt in den Fokus. Die iranische Regierung bleibt allerdings (noch) kompromisslos, während Berichte aus Observatoriumsquellen auf eine wachsende Repression schließen lassen. Neuere Medienberichte weisen darauf hin, dass die Proteste inzwischen auch in Regionen mit ethnischen Minderheiten zunehmen und Sicherheitskräfte mittlerweile sogar scharfe Munition gegen Demonstrierende einsetzen. Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass Internet und Mobilfunknetze vielerorts gestört wurden, was eine unabhängige Berichterstattung erschwert. Internationale Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International und Human Rights Watch fordern ein Ende der Gewalt und einen Dialog, während westliche Regierungen mit wachsender Sorge reagieren.

Schlagwort aus diesem Artikel