Freitagabend in New York: Während an den großen Bildschirmen in der Wall Street grüne Zahlen ihre Kreise zogen, hing eine gewisse Nervosität weiterhin im Raum. Präsident Trump mischte via Social Media kräftig mit, sprach von "roten Linien" und ankündigenden Entscheidungen im Situation Room bezüglich des iranischen Atomprogramms. Irritierende Botschaften – einerseits betont er die Entschlossenheit der USA, andererseits lässt er aufatmen: Die US-Seeblockade an der Straße von Hormus werde aufgehoben. Prompt die Forderung an den Iran, den Seeweg unverzüglich für freien Handel zu öffnen, ganz ohne Sonderzölle oder gefährliche Minen. Nebenbei, fast schon nebensächlich, legte der Euro im Vergleich zum Dollar leicht zu, ein Trend der letzten Tage. Als wäre es eine eigene Geschichte, sprang der Goldpreis deutlich nach oben – scheinbar finden Anleger weiterhin Trost im "sicheren Hafen". Öl dagegen bewegte sich nach unten: Brent-Öl verlor knapp ein Prozent auf 91,86 US-Dollar pro Fass. Interessant, wie manche Märkte reagieren, noch bevor überhaupt Klarheit herrscht. Aber das ist eben auch typisch Börse – meist wird nicht gewartet, sondern vorgegriffen.
Die US-Börsen schlossen die Woche mit Zugewinnen, wobei Marktteilnehmer die internationale Lage kritisch im Blick behalten. Der Ölpreis ging zurück, möglicherweise eine Reaktion auf die Aussicht, dass die US-Seeblockade in der Straße von Hormus gelockert werden könnte. Auffällig ist zugleich der Anstieg beim Gold, der erneut zeigt, wie sehr Investoren in unsicheren Zeiten lieber die Flucht ins Bewährte antreten. Inzwischen erhöht die geopolitische Unsicherheit weiterhin das Schwankungspotenzial an den Märkten. Ein Blick auf die aktuellen Diskussionen bei Finanzanalysten und Wirtschaftsjournalisten zeigt: Viele rechnen kurzfristig mit erhöhter Volatilität, zumal politische Entscheidungen aktuell rasch und manchmal schwer vorhersehbar getroffen werden.