Daniel Peters, CDU-Spitzenkandidat in Mecklenburg-Vorpommern, will die seltsamen Umstände um die missratene Rettungsaktion von "Timmy" im Landtag thematisieren, wie er gegenüber dem "Focus" betonte. Besonders stört ihn, dass Minister Till Backhaus (SPD) offenbar wenig Kontrolle ausübte und stattdessen einer dubiosen privaten Gruppe – laut Peters eher spirituell als wissenschaftlich orientiert – im Naturschutzgebiet freie Bahn ließ. "Würde ein Unternehmer so etwas planen, müsste der sich durch Unmengen an Vorschriften kämpfen, hier hingegen lief alles im Hauruck-Verfahren", kritisierte Peters. Die Aktion bezeichnete er provokant als teuerste Tierquälerei Deutschlands und warf Backhaus vor, kompetente Marineexperten übergangen zu haben.
Übrigens, das Auftauchen eines Buckelwals in der Ostsee ist sehr selten, aber die größere, oft übersehene Bedrohung betrifft die heimischen Schweinswale. Laut Studien sterben jährlich unzählige durch kaum sichtbare Fischernetze. Menschliche Eingriffe, die gut gemeint sind, können offenbar genauso schädlich sein wie vermeintlich unauffällige Bedrohungen am Meeresgrund.
Im Kern geht es der CDU um Transparenz: Warum wurde einer kaum überprüften Privatinitiative Zugriff auf ein geschütztes Naturschutzgebiet und den Wal "Timmy" gestattet? Kritisiert wird vor allem der angeblich überhastete Ablauf, der normale Genehmigungswege umging und so zu "kostenintensiver Tierquälerei" führte. Dazu kommt der breitere Kontext: Während die medienwirksame Buckelwal-Aktion öffentlich diskutiert wird, geraten die weit höheren Verluste heimischer Schweinswale in Stellnetzen aus dem Blickfeld, die für die Populationen in der Ostsee existenzbedrohend sind. In aktuellen Medienberichten wird die Debatte um "Timmy" vielfach als Symbol für eine verfehlte Naturschutzpraxis gedeutet – mit einer Mischung aus Empörung, Unverständnis und der Forderung nach mehr Expertise und sorgsameren Entscheidungen, besonders wenn es um Eingriffe in komplizierte Ökosysteme geht.