Veltins trotzt der Krise: Pülleken, Lager & Karamalz schreiben Wachstumsgeschichte

Meschede-Grevenstein – Während viele deutsche Brauereien unter Konsumflaute, steigenden Kosten und mageren Zukunftsaussichten leiden, schwimmt die Brauerei C. & A. Veltins gegen den Strom. Mit soliden Zuwächsen und cleverer Produktstrategie bleibt der Bierhersteller auf Wachstumskurs. Marken wie Pülleken, das neue Lager und Karamalz wachsen munter und helfen, in stürmischen Zeiten den Kurs nicht zu verlieren.

heute 12:01 Uhr | 5 mal gelesen

Es knirscht im Gebälk des deutschen Biermarkts – Unsicherheit, Konsumzurückhaltung, hohe Energiepreise und permanente Rohstoffkostenexplosion belasten, das sei zu spüren, berichtet Veltins-Chef Dr. Volker Kuhl. Kein Wunder, dass sich Bierliebhaber beim Kauf öfter zurückhalten und kleine Brauereien mit dem Rücken zur Wand stehen. Trotzdem schafft es die Traditionsbrauerei aus dem Sauerland, sich abzusetzen: Mit 1,8 Millionen Hektolitern wurde ein Ausstoßplus erzielt, was ein kleines, aber feines Zeichen wider die allgemeine Marktdepression ist. Das Pülleken spielt dabei, wie erwartet, die Zugpferdrolle – 208.300 Hektoliter, das sind fast elf Prozent mehr im Vergleich. Was auch auffällt: Bierspezialitäten abseits des klassischen Pils, wie das Veltins Lager, laufen etwas besser, ebenso die alkoholfreien Fassbrausen. Die Stamm-Marke Veltins bleibt verlässlich – trotzdem gab es einen leichten Rückgang, aber das Rückgrat wackelt nicht. Überraschend ist der Karamalz-Auftakt: Seit Jahresbeginn dabei und schon 64.500 Hektoliter. In der zweiten Jahreshälfte wird keine plötzliche Entspannung erwartet, vielmehr stehen kleinere Brauereien weiter unter Existenzdruck, manchen droht das Aus. Die Branchenbereinigung setzt sich fort – Veltins jedoch setzt auf Wert, Vielfalt im Sortiment und Familienunternehmertum. Krisenzeit? Für die Sauerländer vielleicht eher ein Schub nach vorn.

Veltins beweist derzeit Widerstandsfähigkeit in einem insgesamt schrumpfenden und von hohen Kosten geplagten Biermarkt, der zunehmend von Preisdruck und Konsolidierung gekennzeichnet ist. Insbesondere die Abkehr allein von klassischen Pilssorten hin zu innovativen Spezialitäten (wie das Helle Pülleken und das Lager) sowie alkoholfreien Produkten beschert dem Unternehmen Zuwächse und stärkt seine Position im Bierland Deutschland. Während andere Hersteller Standorte schließen oder sanieren müssen, investiert Veltins kontinuierlich in Markenpflege, Sortimentsentwicklung und eine langfristige Strategie – als Familienunternehmen sieht man die Krise bewusst als Gelegenheit für nachhaltiges Wachstum. Durch aktuelle Medienberichte aus dem Juni 2024 wird deutlich, dass die gesamte Brauwirtschaft unter gestiegenen Rohstoff- und Energiepreisen leidet, wobei Großbrauereien wie Veltins über Skaleneffekte besser reagieren können, während kleine Brauereien zunehmend vom Markt verschwinden. Einige jüngste Meldungen setzen den Fokus auf die weiterhin schwierige Konsumstimmung, verschärfte Wettbewerbsdynamik durch Discountangebote und die verstärkte Nachfrage nach alkoholfreien oder besonders regionalen Biersorten. Trotz dieser Herausforderungen wächst bei Veltins die Erkenntnis, dass neben Sortimentsbreite und Qualitätsbewusstsein auch Flexibilität im Vertrieb und Marketing zukünftig über den Unternehmenserfolg entscheidet.

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