Verkehrsminister Schnieder: Trotz Bahn-Chaos – Vertrauen bleibt

Trotz jüngster Totalausfälle und bevorstehender Hitzeprobleme glaubt Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) weiterhin an die Verlässlichkeit der Deutschen Bahn. Die Bahn hätte aus Fehlern gelernt, bleibt aber gefordert.

heute 10:40 Uhr | 3 mal gelesen

„Sie können der Deutschen Bahn durchaus ihr Vertrauen schenken“, betonte Verkehrsminister Patrick Schnieder am Freitagmorgen in der Sendung „Frühstart“ bei RTL und ntv. Probleme bei Hitze seien aus seiner Sicht beinahe unvermeidbar – das gelte nicht nur für die Bahn in Deutschland, sondern für den Bahnverkehr in ganz Europa, ja weltweit. Schnieder verweist darauf, dass die Bahn in den letzten Jahren viel getan habe, um solche Störungen zu minimieren. Und doch – er gibt zu: Komplett auszuschließen sei ein Ausfall von Weichen oder Klimaanlagen an Hitzetagen nicht. Die Bahn habe jedoch mobile Technikertrupps, um unterwegs Schäden schnell zu reparieren. 'Wir hoffen auf das Beste, aber sind ehrlich: Bei Rekord-Hitze kann schon mal was passieren', so Schnieder. Nach dem jüngsten bundesweiten Stillstand der Bahn sieht der Minister die Bahnspitze in der Pflicht, den Vorfall lückenlos aufzuarbeiten. Ein technisches Versagen beim Austausch eines Moduls hatte das gesamte Zugfunknetz zusammenbrechen lassen. 'Das Hauptproblem war, dass sofortige Notfallmaßnahmen ebenfalls ausgefallen sind. Das darf definitiv nicht vorkommen', mahnt Schnieder. Sicherheit gehe vor: Ist das Zugnetz gestört und kein Kontakt zu Zügen möglich, müsse der Betrieb gestoppt werden. Für die Zukunft fordert Schnieder neue Notfallpläne: Sollte das System etwa durch Angriffe oder Fehler gestört werden, muss ein Ersatzmechanismus sofort griffbereit sein, um gravierende Auswirkungen zu verhindern.

Verkehrsminister Schnieder bleibt optimistisch in Bezug auf die Leistungsfähigkeit der Deutschen Bahn, sieht jedoch technischen Verbesserungsbedarf nach wiederholtem Komplettausfall und mit Blick auf die Herausforderungen durch extreme Temperaturen. Während er die Fortschritte des Unternehmens lobt, betont er, dass Notfallmaßnahmen künftig zuverlässiger funktionieren müssen, um bei Störungen schnell eingreifen zu können. Insbesondere erachtet er es als dringend notwendig, die Ursachen von Ausfällen vollständig zu klären und daraufhin die Notfallpläne so anzupassen, dass auch bei Angriffen oder anderen massiven Problemen Ausfälle besser abgefedert werden. Neuere Berichte beleuchten seit dem letzten bundesweiten Bahnausfall vor zwei Tagen verstärkt die Schwachstellen im deutschen Bahn-Infrastruktur-Netz. Viel diskutiert werden die Frage der Digitalisierung, Investitionsrückstände und die hitzebedingte Überlastung der Technik. In Fachkreisen wird außerdem die Dringlichkeit eines umfassenden Sicherheitskonzepts angesprochen, das sich an internationalen Best-Practices orientiert und nicht nur technische, sondern auch personelle Redundanzen stärkt.

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