Dieses Jahr markiert einen ganz besonderen Moment für den BfT: Einen letzten Frühling in Bonn, bevor der Verband in die pulsierende Hauptstadt zieht. Der langjährige Standort war eine verlässliche Basis, aber nun, so BfT-Chefin Julia von Gablenz, bringe der Umzug nach Berlin neue Möglichkeiten – mehr Austausch mit Politik, greifbarere Präsenz, schnellere Wege. Ein echter Neuanfang.
Impulse setzte im Anschluss Dr. Jürg Baggenstoss von der Stonehaven Cozmix Group. Er warf einen Blick darauf, wie sich die Tiergesundheitsbranche während der letzten drei Jahrzehnte formte: Mehr Spezialisierung, weniger Einzelkämpfer, neue Produkte und eine Verschiebung von Nutztieren hin zu immer umsorgteren Haustieren. Er sieht: Versicherungsmodelle, Digitalisierung (Stichwort KI in der Tiermedizin!) und die Konsolidierung von Tierarztpraxen werden das Bild der Zukunft prägen. Offenbar werden Haustiere medizinisch immer besser betreut – wohl kein Zufall, eher Ausdruck gesellschaftlicher Veränderungen.
Thema Prävention: Impfung, innovative Therapien und die Verzahnung von Tiermedizinerinnen und Industrie – damit, so die Runde, kann man Globalem wie One Health, Nachhaltigkeit und Fachkräftemangel begegnen. Aber: Der Innovationssamen braucht ein Feld. Und hier, da waren sich alle Podiumsmitglieder einig, muss Deutschland Bürokratie abbauen, Regeln vereinheitlichen und Behörden mutiger machen.
Im anschließenden Austausch standen Tierseuchen und Krisen auf der Agenda. Einigkeit unter den Fachleuten: Krankheiten lassen sich nicht aus der Welt wünschen, also bleibt der Fokus auf Vorsorge, denn Prävention bedeutet vor allem: große Tierverluste vermeiden zu helfen.
Zuletzt diskutierte ein Panel über die Kooperation zwischen Tiergesundheitsfirmen und veterinärmedizinischer Praxis. Deutlich: Beide Seiten suchen Nähe und Augenhöhe, gerade was digitale Information und Tools wie E-Leaflets betrifft. Offenheit gegenüber Veränderung scheint in der Branche größer als manch einer vermuten würde.
Fazit von Gablenz: „Die Gespräche heute machen Mut – die gemeinsame Bereitschaft, wirklich voranzugehen und auch unbequem zu denken, ist deutlich spürbar. Wir werden alles tun, damit Tiergesundheit und tierärztlicher Beruf in der öffentlichen Wahrnehmung wachsen.“
Pressekontakt: Martin Lohmann, Bundesverband für Tiergesundheit e.V. Koblenzer Str. 121-123, 53177 Bonn, Tel. 0228 / 31 82 96, E-Mail: bft@bft-online.de, Website: www.bft-online.de
Die diesjährige Frühjahrsveranstaltung des BfT stand unter dem Zeichen des Umbruchs: Der Umzug von Bonn nach Berlin wird die politische Sichtbarkeit und Vernetzung des Verbands stärken. In den Diskussionen dominierten Themen wie die Digitalisierung der Tiermedizin, die Bedeutung der Prävention und die Herausforderungen rund um Tierseuchen, Bürokratie sowie Fachkräftemangel. Die Teilnehmer sprachen sich eindeutig für neue Innovationsimpulse durch Deregulierung und die bessere Zusammenarbeit von Tierärzten und Industrie aus. Interessant ist, dass internationale Medien (z.B. DW) über steigenden Fachkräftemangel und Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen berichten und eine zunehmende Bedeutung von KI-Lösungen auch in der Tiermedizin prognostizieren. Nach wie vor sei die strukturelle Unterscheidung zwischen Haus- und Nutztiermarkt entscheidend für die Zukunft der Branche, wobei der Markt für Haustiere wächst und somit neue Geschäftsmodelle, aber auch Herausforderungen entstehen. Die EU-Kommission diskutiert außerdem strengere Regeln im Umgang mit Tierseuchen, was die Bedeutung des internationeln Erfahrungsaustauschs unterstreicht. Der gesellschaftliche Wandel hin zu einer stärkeren emotionalen Bindung an Haustiere bewirkt zudem eine gesteigerte Nachfrage nach hochwertiger medizinischer Versorgung und innovativen Produkten.