Die Lawine günstiger Importe – konkret: Pakete aus Fernost, die oft steuerliche Schlupflöcher nutzen – ist nicht die eigentliche Ursache des Übels, sondern höchstens die Spitze eines großen Eisbergs. Unser System, das sich stolz Demokratie nennt, steht zunehmend in der Kritik, den Bürgern die Mitbestimmung wie einen alten Teppich unter den Füßen wegzuziehen. Philosoph und Unternehmer Hubert Thurnhofer will in dem Workshop den Finger an die wunden Punkte legen. Ausgerechnet am Beispiel Österreichs wird gefragt: Wie lebendig ist der Begriff Demokratie noch? Und: Welche Lehren ziehen wir eigentlich aus vergangenen politischen Umbrüchen wie dem Widerstand im "Ostblock" der 80er Jahre?
Das Ganze bleibt nicht bei klugen Fragen: Wie kann man die lähmende Schuld-Logik durch Verantwortungsbewusstsein ablösen? Welche Rolle kann gegenseitiges Vertrauen spielen, wenn es um die "Schuldenfalle" geht? Auch kecke Begriffe wie Moral 4.0 und die sogenannten "fünf goldenen V" stehen auf dem Programm. Ohne dabei das Persönliche aus dem Blick zu verlieren – und doch immer das große Ganze im Visier. Denn: Vorschläge werden gesucht, die realistisch umsetzbar sind. Die Diskussion ist ausdrücklich nicht als Meinungskaraoke angelegt, sondern als ernsthafte Kontroverse um tragfähige Theorie und Praxis – nach Kants Vorbild.
Thurnhofer betont, dass ein gutes Gespräch Disziplin und Ehrlichkeit braucht – und eben mehr sein sollte als ein lockerer Meinungsaustausch. Teilnehmen kann jeder nach Anmeldung über die GEA Akademie. Die Devise: Reden hilft, aber Handeln ändert wirklich etwas. Orakel à la Fried und Kästner gibt’s obendrauf als kleine Gedankenstupser.
Kontakt und Anmeldung: Verein Moral 4.0, Helenna Jouja (+43 699 1 26 60 929, office@ethos.at), mehr Infos auf www.thurnhofer.cc.
Der Workshop "Aufstand. Widerstand. Verantwortung." bringt Bewegung in die Diskussion über Billigimporte und Systemkrisen. Ziel ist, mit Praxis und Tiefgang nicht nur Symptome zu beklagen, sondern konstruktive Perspektiven und Handlungswege aufzuspüren – jenseits von Oberflächenempörung. Neuere Nachrichten zeigen, dass die gesellschaftliche Debatte um alternative Wirtschaftsmodelle, Mitbestimmung und nachhaltige Lieferketten auch in Deutschland und Europa an Fahrt gewinnt, wobei Experten etwa auf www.dw.com betonen, wie wichtig es ist, soziale Gerechtigkeit und regionale Wirtschaft zu stärken. Die taz thematisiert aktuell den Widerstand gegen Überkonsum und fragt, wie sich Bürger gegen die Dominanz internationaler Konzerne zur Wehr setzen können. Die Süddeutsche berichtet, dass Basisinitiativen und lokale Wirtschaftskreise wieder Zulauf erhalten, weil die Unzufriedenheit mit der globalen Marktordnung wächst. Insgesamt zeigt die Entwicklung: Der Ruf nach Verantwortung und echter Demokratie wird drängender – und es gibt immer mehr Initiativen, die genau da ansetzen.