Warken legt los: Neue Forschungsförderung für bessere Frauengesundheit

Mit einer millionenschweren Initiative will das Gesundheitsministerium die Forschung zur Gesundheit von Frauen voranbringen.

heute 15:49 Uhr | 3 mal gelesen

Jetzt ist’s offiziell: Wer Ideen hat, wie man die medizinische Versorgung von Frauen verbessern kann, bekommt die Chance auf einen Teil von insgesamt bis zu 10 Millionen Euro Fördergeld. Das Gesundheitsministerium hat am Mittwoch zwei Förderprogramme veröffentlicht – einmal für patientennahe Projekte zu Frauenthemen, einmal für den Aufbau junger Forschergruppen an Unis. Beide Fördertöpfe sind mit jeweils bis zu 5 Millionen Euro gefüllt. Es geht um chronische Frauenkrankheiten, gesundheitliche Folgen sozialer Schieflagen, Endometriose, die Zeit der Wechseljahre und so weiter – eine beachtliche Liste an Themen, mit denen das Ministerium offenbar bisher zu wenig zu tun hatte. Projekte starten spätestens Anfang 2027 und laufen dann – je nach Programm – bis drei oder sogar fünf Jahre. Nina Warken (CDU), die Gesundheitsministerin, betont: Mehr Aufmerksamkeit für Frauengesundheit ist überfällig, schließlich erleben Frauen oft andere Symptome oder Krankheitsverläufe als Männer. Das bestehende Gesundheitswesen müsse viel genauer hinsehen, was Frauen wirklich brauchen – und mit der Initiative soll die Forschung das endlich liefern.

Mit der neuen Bundesinitiative setzt Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) einen deutlichen Akzent gegen ein strukturelles Defizit: Seit Jahrzehnten klagen Fachleute, dass die Medizin zu sehr auf den Durchschnittsmann ausgerichtet ist – eine sogenannte Gender Health Gap, die auch in aktuellen Medienberichten (etwa taz und FAZ) aufgegriffen wird. Krankheiten wie Endometriose (die fast jede zehnte Frau betrifft), aber auch die Auswirkungen sozialer Ungleichheiten auf Frauengesundheit, sind bislang stark untererforscht. Die Initiative soll daher nicht nur aktuelle Missstände beheben, sondern in die Zukunft wirken – besonders durch die langfristige Förderung von wissenschaftlichem Nachwuchs und die Verankerung frauenspezifischer Perspektiven in Versorgungsforschung und medizinischer Lehre. Parallel fordern Patientinnenverbände und Ärzt:innen etwa in der Süddeutschen oder ZEIT trotzdem weitergehende Schritte: Die Strukturen in Krankenhäusern und Praxen müssten dringend ebenfalls überarbeitet werden, damit Forschungsergebnisse tatsächlich im Alltag der Patientinnen ankommen.

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