Wehrbeauftragter drängt auf umfassenden Schutz für Minenjagdboot 'Fulda' vor Hormus-Einsatz

Henning Otte, der Wehrbeauftragte, pocht auf klare Sicherheitsgarantien, bevor das deutsche Minenjagdboot 'Fulda' in die konfliktbeladene Straße von Hormus entsendet wird.

heute 13:25 Uhr | 3 mal gelesen

Oberste Priorität müsse der Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten gelten – so jedenfalls fasste Henning Otte seine Haltung im Gespräch mit dem 'Handelsblatt' zusammen. Nach einem Besuch beim Marinekommando wirkt Otte überzeugt von der Professionalität und Vorbereitung der 'Fulda'-Besatzung. Trotzdem betont er: Ein Einsatz dieses Spezialboots sei nur zu rechtfertigen, wenn jederzeit wirksame Schutzmaßnahmen greifen – sei es im Schulterschluss mit verbündeten Staaten oder durch eigene deutsche Marineeinheiten. Aktuell sind die 'Fulda' und ein Versorgungsschiff in Richtung östliches Mittelmeer unterwegs. Hintergrund: Die politische Großwetterlage rund um die Straße von Hormus hat sich zuletzt verändert, nicht zuletzt wegen neuer Vereinbarungen zwischen den USA und dem Iran am letzten Wochenende. Bundeskanzler Merz (CDU) will, so hat er signalisiert, dass Deutschland sich gemeinsam mit Alliierten an solch einer Mission beteiligt – allerdings betont Otte unverblümt: Die Beteiligung dürfe ausschließlich unter der Prämisse erfolgen, dass der Schutz der Minenjäger lückenlos gewährleistet wird. Bislang gibt’s aber keinen Plan, auch schlagkräftigere Schiffe wie eine Fregatte bereitzustellen. Otte macht klar: Wer Soldaten ins Risiko schickt, trägt auch die Verantwortung, sie bestmöglich zu schützen. "Ohne verlässlichen Schutz kein Einsatz. Das ist für mich nicht verhandelbar," bringt er seine Haltung auf den Punkt.

Der Deutsche Bundestag debattiert aktuell, ob das Minenjagdboot 'Fulda' im Rahmen einer internationalen Mission zur See-Sicherheit in der Straße von Hormus eingesetzt werden soll. Wehrbeauftragter Henning Otte stellt sich dabei entschieden auf die Seite der Soldaten und verlangt Garantien, damit deren Sicherheit an oberster Stelle steht. Bisher sieht der deutsche Verteidigungsplan aber nicht vor, zusätzliche bewaffnete Schiffe zur Sicherung zu entsenden – ein Punkt, der durchaus zum Kontroversen Anlass gibt. Bei meiner ergänzenden Recherche bin ich darauf gestoßen, dass die Bundeswehr jüngst ihre Marinepräsenz im Mittelmeer verstärkt und international der Druck wächst, sich an der Sicherung der wichtigen Handelsroute zu beteiligen. Zeitgleich ist der Iran nach wie vor ein Unsicherheitsfaktor – Angriffe oder Zwischenfälle in der Region haben auch in letzten Tagen wieder Ängste vor einer Eskalation geschürt. Die Debatte über den richtigen Einsatz und die notwendige Absicherung der deutschen Kräfte tobt daher nicht nur in der Politik, sondern auch in der Öffentlichkeit. (Stand: 7. Juni 2024)

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