Wer hätte gedacht, dass weniger Menschen mehr arbeiten? Obwohl die Anzahl der Erwerbstätigen laut neuesten IAB-Daten auf 45,64 Millionen gefallen ist, schnellt die gearbeitete Stundenzahl pro Kopf nach oben. Die Produktivität pro Stunde kletterte zwar leicht – ein Plus von 0,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr –, aber das Bild ist gespalten: Während die Anzahl der Teilzeitjobs um nahezu 1 Prozent zulegt, verliert die Vollzeitbeschäftigung mit minus 1 Prozent an Boden. Unterm Strich wandern mehr Menschen in die Teilzeit. Interessanterweise nimmt gleichzeitig die durchschnittliche Wochenarbeitszeit kaum ab, Teilzeitkräfte hängen sogar etwas mehr Zeit an ihre Schichten an. Die Messlatte liegt bei stolzen 40,1 Prozent Teilzeitquote. Hingegen gehen Mini-Jobs weiter zurück, und die Zahl der regulären Vollzeitstellen schrumpft deutlich – 270.000 weg, nur 150.000 neue Teilzeitjobs. Bei all dem blieb die tarifliche Arbeitszeit für Vollzeitkräfte fast gleich, während Teilzeitkräfte ihre Stunden pro Woche leicht auf 18,88 steigerten. Saisonale Schwankungen? Klar. Das Arbeitsvolumen bewegt sich – leicht rückläufig. Bemerkenswert: Der Krankenstand ist mit 6,1 Prozent deutlich niedriger als vor einem Jahr, und auch die Kurzarbeit ging weiter zurück. Am Ende bleibt das Gefühl: Der Arbeitsmarkt verschiebt seine Platten langsam aber stetig – und schafft dabei Gewinner, aber auch Verlierer.
Die Arbeitswelt in Deutschland bleibt im Fluss. Trotz eines Rückgangs bei der Erwerbstätigenzahl steigt die durchschnittliche Arbeitszeit je Arbeitsplatz, während zugleich immer mehr Menschen Teilzeit arbeiten. Die Produktivität und das Arbeitsvolumen verändern sich nur leicht, und der Krankenstand sinkt. Ein Haupttreiber scheint der Geburtenrückgang und die Alterung der Belegschaften zu sein – laut Süddeutscher Zeitung ist die demografische Entwicklung der Arbeitswelt ein entscheidender Faktor, der künftig mehr Lücken reißen könnte. Zudem wird laut Zeit.de darauf hingewiesen, dass flexible Arbeitsmodelle, etwa Homeoffice oder geteilte Wochen, stärker nachgefragt werden und Unternehmen durch Digitalisierung produktiver werden, aber auch neue Belastungen an Beschäftigte weitergeben. Im internationalen Vergleich bleibt Deutschland robust, doch Experten von DW weisen darauf hin, dass der Transformationsdruck – besonders durch die Energiewende und den Strukturwandel in der Industrie – weiter steigt.