Wohnen wird zum Luxus – Unterhaltspflichtige geraten durch Wohnungsnot unter Druck

Die Debatte ums Unterhaltsrecht spitzt sich zu: Während bezahlbare Wohnungen in Städten zur Mangelware werden, hinken die Sätze der Düsseldorfer Tabelle der Realität hinterher. Der ISUV schlägt Alarm – und verlangt eine dringende Anpassung angesichts der neuen Zahlen zum Wohnungsmarkt. Ein Durchbruch ist bislang nicht in Sicht.

20.01.26 10:00 Uhr | 1 mal gelesen

Verlogene Hoffnung auf dem Wohnungsmarkt – so könnte man die aktuelle Lage wohl nennen. Deutschland, Jahr 2026: Sogar wenn Optimisten alle Reservewohnungen annehmen würden, bleibt das Defizit eklatant. In Vorzeige-Metropolen wie München, Hamburg oder Frankfurt bleibt günstiger Wohnraum ein Wunschtraum, und das merken nicht nur die Mieter. Fast ein Drittel, mitunter noch deutlich mehr, der Einkünfte gehen für die Miete drauf – und der Trend klettert weiter nach oben. Was besonders bitter ist: Die Zahlen aus dem neuen Sozialen Wohn-Monitor sprechen eine trostlose Sprache. Bauboom? Fehlanzeige. Das nächste Jahr oder das darauf – Besserung ist laut Analysten gar nicht zu erwarten, weil die Zahl der Baugenehmigungen einfach nicht reicht. Noch schlimmer trifft das Menschen in Unterhaltsverpflichtung: Die berühmte Düsseldorfer Tabelle kalkuliert mit Kosten, die es so auf dem Wohnungsmarkt schlicht kaum noch gibt. Der ISUV, der schon lange warnt, sieht die Existenz vieler Eltern in Gefahr – eben weil sie entweder die eigenen vier Wände nicht mehr bezahlen oder beim Kindesunterhalt in die Röhre schauen müssen. 'Es liegt nicht an mangelndem Willen, es ist ein systemischer Konflikt', resümiert Melanie Ulbrich, Vorsitzende des Verbands. Die rasant sinkende Zahl an Sozialwohnungen, etwa rund 5.000 pro Jahr in Hamburg, verschärft das Dilemma in Ballungsräumen. Das Fazit: Wer heute unterhaltspflichtig ist, kann immer seltener existenzsichernd leben, während das Unterhaltsrecht weiterhin mit unrealistischen Annahmen arbeitet – was die Tragfähigkeit des Systems insgesamt bedroht. Der ISUV will jetzt eine Anpassung der Unterhaltsgrenzen und verweist auf die Dringlichkeit, echte Lebenshaltungskosten zu berücksichtigen. Im Übrigen: Der Verband kämpfen seit Jahrzehnten für eine realitätsnahe Ausgestaltung des Familienrechts, berät Betroffene und sieht sich auch künftig als Begleiter im Dschungel der Paragrafen und Zahlen.

Die aktuelle Situation auf dem deutschen Wohnungsmarkt stellt Unterhaltspflichtige vor fast ausweglose Herausforderungen. Immer höhere Mieten – vor allem in Ballungszentren – treiben Menschen mit Unterhaltsverpflichtungen in ein Dilemma, weil die aktuellen Selbstbehalte der Düsseldorfer Tabelle keineswegs die Realität abbilden. Der ISUV fordert daher Nachbesserungen, um soziale Gerechtigkeit zu gewährleisten. Die Recherche zur Wohnsituation bestätigt, dass der Neubau weiterhin stockt und die Preise für Wohnraum vielerorts weiter steigen, etwa auch durch gestiegene Baukosten, Flächenknappheit und komplizierte Genehmigungsverfahren (taz.de, spiegel.de, sueddeutsche.de). Die Bundesregierung diskutiert zwar über mögliche Förderinstrumente und die Ausweitung von Sozialwohnungen, doch kurzfristige Entlastung ist kaum plausibel – im Gegenteil, vielerorts drohen sogar weitere Verschlechterungen. Sozialverbände und Mieterschutzorganisationen schließen sich deshalb zunehmend den Forderungen nach höheren staatlichen Mindeststandards für Unterhaltspflichtige und einer Aktualisierung der mietbezogenen Richtwerte an.

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