Wenn man auf die aktuelle Statistik blickt, sieht man: Die Häuserpreise in der Eurozone sind im vierten Quartal 2025 erneut deutlich nach oben gegangen, konkret um 5,1 Prozent im Jahresvergleich. Das meldete Eurostat am Dienstagmorgen. Noch rasanter fiel der Anstieg in der kompletten EU aus – hier liegt der Wert sogar bei 5,5 Prozent. Zum Vergleich: Schon im Quartal zuvor hatten sich die Preise ähnlich entwickelt (Eurozone plus 5,1 Prozent, EU plus 5,4 Prozent). Schaut man auf den Quartalsvergleich – also dritte auf viertes Quartal 2025 – sieht es etwas moderater aus. Die Preise sind in der Eurozone um 0,6 Prozent und in der EU um 0,8 Prozent gestiegen. Ein Blick auf die Landkarte ergibt: Finnland ist das einzige Land, das im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang der Hauspreise verbuchen musste – dort wurde ein Minus von 3,1 Prozent verzeichnet. Spitzenreiter beim Preisanstieg ist diesmal Ungarn, gefolgt von Portugal und Kroatien (Anstiege von 21,2%, 18,9% und 16,1%). Quartalsweise betrachtet gab es in 22 Ländern steigende, in drei sinkende und in einem Land gleichbleibende Preise. Rückgänge meldeten Frankreich (-0,7%), Finnland (-0,5%) und Estland (-0,3%). Gleichzeitig explodierten die Preise in Slowenien, Ungarn und Portugal besonders spürbar.
Die Immobilienpreise kennen vielerorts weiterhin nur eine Richtung: nach oben. Insbesondere in Mittel- und Osteuropa zeigt sich eine enorme Dynamik, während in westeuropäischen Kernländern wie Finnland und Frankreich leichte Rückgänge beziehungsweise Stagnation beobachtet werden. Als Gründe für die Entwicklungen gelten unter anderem die knappe Verfügbarkeit von Wohnraum, anhaltende Nachfrage trotz gestiegener Zinsen und eine zunehmende Attraktivität einzelner Märkte etwa durch politische Stabilität, Investitionsanreize oder demografische Faktoren.
Laut aktuellen Recherchen weisen Medien wie die Süddeutsche Zeitung oder Die Zeit darauf hin, dass die hohe Migration, der Trend zu Urbanisierung und die Unsicherheit an den Finanzmärkten weitere Treiber für die Preisentwicklung sein können. Gleichzeitig verlangsamt sich das Wachstum in einigen Regionen leicht, vermutlich als Folge von Zinserhöhungen und verschärften Kreditvergabebedingungen. Ein weiterer Aspekt: Die Preisrally geht teilweise am tatsächlichen Bedarf vorbei – vor allem Menschen mit mittlerem oder niedrigem Einkommen finden kaum noch bezahlbare Wohnungen.