Wolfgang Ischinger: Selenskyj stellt weltpolitische Stärke unter Beweis

Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, hat Wolodymyr Selenskyj für seine Furchtlosigkeit und sein diplomatisches Geschick im Umgang mit Wladimir Putin einen bemerkenswerten Status zugesprochen.

03.01.26 09:39 Uhr | 59 mal gelesen

Wenn man auf die letzten Monate blickt, bleibt Selenskyj beinahe eine Ausnahmeerscheinung auf der politischen Bühne. Ischinger – der sowohl in Washington als auch in London als deutscher Botschafter gedient hat – bewertet Selenskyjs Auftritt als beeindruckend, gerade dann, wenn der Druck besonders hoch ist. Interessant wird es vor allem, wenn es um die Forderungen Putins und Trumps nach vorgezogenen Präsidentschaftswahlen geht: Ischinger hebt hervor, dass Selenskyjs Reaktion kühl und überlegt war. Einfach den Forderungen zuzustimmen, jedoch an die Bedingung von internationalen Sicherheitszusagen zu knüpfen – das hätte nicht jeder so ausgespielt. Wahlen während eines Kriegs zu organisieren ist ohnehin eine fast absurde Vorstellung – das betont Ischinger. Trotzdem hätten der Kreml und auch das Weiße Haus darauf gedrängt. Selenskyjs geschickte Umkehr der Situation scheint ihm Respekt eingebracht zu haben. Über eine mögliche Annäherung an Russland denkt der Diplomat durchaus nach, bleibt jedoch skeptisch, solange Putin an der Macht ist. "Mit Personen wie Putin wird Versöhnung nicht funktionieren," gibt er zu bedenken. Politische Ewigkeiten gibt es für Ischinger nicht, und die Mahnung an die Adresse deutscher Politiker, jetzt auf Geschäfte mit Moskau zu pochen, hält er für unverantwortlich – vor allem mit Blick auf die Nachbarn im Osten. "Das kommt im östlichen Europa gar nicht gut an", so Ischinger. Seine Aussagen spiegeln also nicht nur analytische Kühle, sondern auch ein Bewusstsein für die feinen Linien europäischer Empfindlichkeiten zwischen Ost und West.

Wolfgang Ischinger bezeichnet Präsident Wolodymyr Selenskyj als weltpolitisch herausragend und betont dessen bemerkenswerte Souveränität im Umgang mit russischem und amerikanischem Druck. Ischinger findet, dass Selenskyj durch seine kluge Taktik – etwa bei der Forderung nach vorgezogenen Wahlen – Stärke beweist und gleichzeitig diplomatische Risiken abwägt. Laut Recherchen aktueller Medienberichte (Stand: Juni 2024) hat sich Selenskyj weiter international für eine sicherheitspolitische Einbindung der Ukraine starkgemacht und setzt zugleich auf verstärkten Dialog mit westlichen Ländern, um weitere Waffenlieferungen und Sicherheitsgarantien zu erhalten. In Diskussionen über künftige Beziehungen zu Russland wird in deutschen Medien häufig betont, dass eine Aussöhnung ohne tiefgreifende personelle Veränderungen in Moskau wenig aussichtsreich erscheint. Die jüngsten Entwicklungen auf dem NATO-Gipfel und die anhaltende Unsicherheit in der Ostukraine zeigen zudem, wie sehr persönliche Führungsstärke und internationale Bündnisse im Fokus der Berichterstattung stehen.

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