Na ja, so richtig Grund zum Feiern gibt’s wohl noch nicht. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sind zwar im Vergleich zum April um ordentliche sieben Punkte nach oben geklettert und liegen jetzt bei -10,2 – sprich: weniger pessimistisch, aber eben weiterhin unter null. Gleichzeitig ist die Bewertung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage ziemlich mies, sie rutscht sogar tiefer ab, auf jetzt düstere -77,8. Achim Wambach vom ZEW bringt es auf den Punkt: Eine Prise Hoffnung liegt in der Luft, trotzdem bleibt der Pessimismus vorherrschend. Hoffnung ist wohl insbesondere darauf gerichtet, dass der Konflikt rund um den Iran endlich ein Ende findet. Doch damit allein wird die Wirtschaft noch nicht wieder zum Laufen gebracht – hohe Energiepreise, eine Inflationsrate über zwei Prozent und die lahmende Industrie dämpfen jede Aufbruchsstimmung. Was die verschiedenen Branchen angeht, ist das Bild recht schillernd: Die Autobranche stürzt weiter ab, der Maschinenbau knickt ebenfalls ein und die private Nachfrage bleibt schwach. Man könnte sagen, Licht und Schatten. Immerhin tut sich etwas Positives bei den Informationstechnologien, die einen satten Sprung nach oben machen. Auch Metallproduktion und Bau zeigen zaghaft nach oben. Im großen europäischen Rahmen sieht es ähnlich aus: Der Erwartungsindikator für die Eurozone steigt kräftig, es bleibt aber insgesamt ein durchwachsenes Bild mit viel Unsicherheit.
Die ZEW-Konjunkturerwartungen steigen im Mai 2026 leicht an, bleiben jedoch im negativen Bereich, während die momentane Wirtschaftslage weiter abrutscht. Problematisch ist, dass trotz der verbesserten Ausblicke der Konjunkturmotor stottert, insbesondere im Industriesektor – und das Risiko bleibt hoch, dass externe Krisen wie die Situation im Nahen Osten alle Hoffnungen zunichtemachen könnten. Aktuelle Recherchen bestätigen: In den letzten Tagen berichten mehrere Medien über sich leicht stabilisierende Stimmungsbilder, jedoch bleibt die wirtschaftliche Realität in Deutschland und der Eurozone angespannt, auch weil strukturelle Probleme wie Fachkräftemangel und Investitionszurückhaltung noch ungelöst sind.