15 Jahre BFD: ASB fordert gleiche Wertschätzung wie für Wehrdienst – und setzt auf Freiwilligkeit

Köln/Berlin – Der Bundesfreiwilligendienst feiert 15-jähriges Bestehen. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) sieht die Entwicklung überwiegend positiv, warnt aber davor, alte Pflichtdienste wiederzubeleben. Die Organisation fordert: Stärkt die Freiwilligendienste und behandelt BFD und FSJ endlich so anerkennend wie den freiwilligen Wehrdienst.

02.07.26 12:23 Uhr | 1 mal gelesen

Knut Fleckenstein, Vorsitzender des ASB, sagt es deutlich: 'Das eigentliche Herzstück engagierter junger (und älterer) Menschen ist die Freiwilligkeit.' Die Bundesregierung, so sein Appell, sollte weniger über neue Pflichtmodelle streiten – und mehr dafür tun, dass BFD und FSJ attraktiver werden, zum Beispiel durch bessere Unterstützung oder mehr gesellschaftliche Anerkennung. Angesichts wachsender Diskussionen über Wehrpflicht, Zivildienst und Ersatzsysteme erinnert der ASB daran, was der Bundesfreiwilligendienst seit 2011 geschafft hat: Nach dem Ende von Wehrpflicht und Zivildienst wurde der BFD von Grund auf aufgebaut – oft gegen Widerstände und trotz unnötiger Doppelstrukturen. Trotzdem: Das Modell, das auf Freiwilligkeit basiert, wurde ein Erfolg und könnte (meiner Meinung nach) tatsächlich eine Blaupause sein, wie gesellschaftliches Engagement in einer modernen Demokratie aussehen kann. Konkret fordert der ASB nun, dass Freiwilligendienste und der freiwillige Wehrdienst sich nicht gegenseitig im Weg stehen, sondern endlich auf gleicher Stufe behandelt werden – sei es bei der finanziellen Wertschätzung, bei Weiterbildungsmöglichkeiten oder Bildungsurlaub. Der Trend zur Freiwilligkeit sei kein Rückschritt, sondern eigentlich eine gesellschaftliche Errungenschaft. Zwang sei noch nie ein guter Motivator gewesen – „wer begeistern will, muss motivieren“ – ein Satz, der im aktuellen Positionspapier 'Zwischen Freiwilligkeit und Pflicht' (2025) des ASB prominent auftaucht. Blickt man auf die Zahlen: Seit der Einführung des BFD haben über 23.000 Freiwillige beim ASB mitgemacht, davon fast 8.000 allein im BFD. Und das Engagement bleibt offenbar hängen: Rund ein Drittel der „Ehemaligen“ bleibt in Kontakt zum ASB, viele gehen sogar in den Hauptberuflichen Bereich über. In klassischen Freiwilligendiensten sind trotzdem immer noch mehr junge Erwachsene aktiv – im FSJ jährlich fast 50.000, im BFD etwa 33.000. Der ASB betont: Auch weiterhin leben Hilfsdienste, Pflege, Bevölkerungsschutz oder soziale Projekte vom Engagement engagierter Bürgerinnen und Bürger – nicht von verpflichteten Dienstleistern. Das vollständige Positionspapier findet sich übrigens online: [ASB – Zwischen Freiwilligkeit und Pflicht – Die Dienste der Zukunft](https://www.asb.de/application/files/2217/6415/1520/ASB_Deutschland_Zwischen_Freiwilligkeit_und_Pflicht.pdf). Der ASB selbst ist seit mehr als 135 Jahren in unterschiedlichsten sozialen, pflegerischen und humanitären Bereichen aktiv – unabhängig von Parteien oder Konfessionen, und das nicht nur in Deutschland.

Seit seinem Start im Jahr 2011 hat sich der Bundesfreiwilligendienst – zumindest aus Sicht des ASB – als Erfolgsmodell etabliert. Der ASB pocht nun darauf, dass Freiwilligendienste wie BFD und FSJ nicht den Kürzeren ziehen gegenüber dem freiwilligen Wehrdienst: Sie sollen in finanzieller und gesellschaftlicher Hinsicht endlich gleichgestellt werden. Während die Debatte um Wiedereinführung der Wehrpflicht in Deutschland wieder aufflammt, verweisen der ASB und andere Verbände auf die Vorteile freiwilligen Engagements und warnen davor, durch Zwang soziale Motivation zu unterminieren – diese Position teilen neben dem ASB auch andere große Wohlfahrtsverbände sowie Teile der Zivilgesellschaft. Aktuellen Recherchen zufolge hat die Bundesregierung in den letzten Tagen weitere Gespräche zur potenziellen Wiedereinführung einer Wehrpflicht oder eines gesellschaftlichen Pflichtjahrs geführt: Bei einer Expertenanhörung im Bundestag bekräftigte die Mehrheit der geladenen Fachleute jedoch, dass ein modernes Freiwilligendienstsystem besser sei, als zurück zu alten Zwangsmodellen zu gehen. Bundesinnenministerin Nancy Faeser äußerte sich zudem kritisch gegenüber schnellen Pflichtdienst-Lösungen, betonte aber die Notwendigkeit, bestehende Angebote – insbesondere für Jugendliche – attraktiver und nachhaltiger auszugestalten, was sich mit den Forderungen des ASB deckt. Gleichzeitig erreichten die Anmeldungen für BFD und FSJ nach der Pandemie erstmals wieder das Niveau von 2019, was als Zeichen für die zunehmende Bedeutung freiwilligen Engagements bewertet wird.

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