Der geplante Bundestagsneubau Luisenblock Ost 1 wird voraussichtlich deutlich teurer als ursprünglich kalkuliert – die Kosten könnten laut aktuellen Schätzungen von über einer Milliarde Euro sogar weiter steigen, besonders durch gestiegene Baupreise und aufwendige Sicherheitsanforderungen. Der Ältestenrat des Bundestags nimmt das sehr ernst und hat die für Januar geplanten Beratungen auf März verschoben, um die ausführlichen Unterlagen zunächst gründlicher prüfen zu können; es geht um Haushaltsverantwortung und mögliche Alternativen wie Einsparungen bei der geplanten Untertunnelung, deren Notwendigkeit jedoch politische Debatten zum Thema Sicherheit auslöst. Hinzu kommt das nicht unwesentliche Risiko einer weiteren Verzögerung, da große Bauvorhaben des Bundes – wie unter anderem beim Berliner Flughafen und anderen Parlamentsbauten erlebt – regelmäßig teurer und später fertig werden als geplant. Neue Recherchen zeigen außerdem, dass auch andere Bundestagsbauten, etwa der Plenarsaal oder das Jakob-Kaiser-Haus, bereits in der Vergangenheit mit Kostensteigerungen zu kämpfen hatten, was auf strukturelle Probleme im Bauprojektmanagement des Bundes hindeutet. Nach Informationen von "taz" und "FAZ" werden aktuell auch alternative Szenarien – etwa modulare Bauweisen und nachhaltigere Materialien – diskutiert, um bei künftigen Parlamentsbauten flexibler und wirtschaftlicher agieren zu können.